Freiburg: im Reich der Fantasie

Wenn Engel reisen, lacht der Himmel. Was sind denn die Mitglieder des Gewerbevereins? Kleine Teufelchen? Nach wunderschönen Tagen davor und danach: Just, als es am Vereinsausflug einen ganzen Tag in den Kanton Freiburg ging, öffneten sich die himmlischen Schleusen. Nicht einmal – sondern immer wieder! Sei es drum: Der Stimmung tat es keinen Abbruch!


Erste Station war das Papiliorama in Kerzers. Haus der Schmetterlinge wird es zwar genannt, insgesamt leben dort aber rund 2000 Tiere aus 220 verschiedenen Gattungen. Wieso faszinierte des Faultier im Nacht-Teil der Anlage so? Es bewegt sich selten, wird gefüttert, schläft viel und hat ein schönes Leben ... manchmal sollte man Faultier sein dürfen.

Im historisch bedeutsamen Murten reichte die Zeit für einen halbstündigen Stadtrundgang. Man hätte auch den Murtensee gut gesehen ... wenn nicht Petrus wieder einmal den Schluckauf gehabt hätte. «Freiburger Falle» ist nicht etwa ein gut versteckter Radarkasten, sondern unser Mittagessen-Restaurant, das früher einmal Kühlkeller, Weinkeller und Theater gewesen war. Es hat sich auf Spezialitäten aus der Region konzentriert. Als Vorspeise lauwarmer Speckkuchen, als Hauptgang ein Roastbeef vom Simmentaler Rind, dazu etwas herrlichen Chasselas vom nahen Mont Vully – es war beinahe schade, dass man Richtung Fribourg/Freiburg aufbrechen musste.

Dort wartete: Nicht nur eine architektonisch vielfältige Universitätsstadt. Sondern auch: Hubert Audriaz. Er ist künstlerisch tätig, für die Stadt Freiburg für verschiedenste Animationen verantwortlich, war ehemaliger Hockeyspieler, und es ist ihm zu verdanken, dass das Wappentier des Hockeyclubs HC Fribourg-Gottéron ein Drache ist. Der mittlerweile 72-jäährige Hubert stellt für Freiburg Workshops auf die Beine, arbeitet am Ferienpass für Kinder mit und ersann 1992 einen Golfparcours mit achtzehn Löchern, der sechzehn Jahre später vom lokalen Tourismusbüro in die Realität umgesetzt wird. Heute trainiert er immer noch zweimal pro Woche Kinder und Hobbyspieler auf dem Eis. Er führte uns nicht nur kenntnisreich durch die Unterstadt, sondern als Abschluss des zweistündige Rundgangs auf den «Golfparcors», der heute zu einer Fabelwelt mit Burgen und vielen fantasievoll gestalteten Tieren herangewachsen ist. Eine Seele von einem Menschen, merci beaucoup, Hubert!

Gruyère gehörte einst fast 250 Jahre zum Reich der Burgunder, war bis 1554 eigene Grafschaft und ist heute einer der Tourismusmagnete der Region. Dort konnte man den Exkursionsteil des Tages abschliessen, mit einem klassischen Fondue moitié-moitié, halb Hartkäse, halb Vacherin. Es standen für einmal nicht Betriebsbesichtigungen im Vordergrund, eher Kultur. Wird dieser Jahresausflug wohl deshalb noch lange in Erinnerung bleiben?