Adventslicht: Sieh, die Sterne sind so nah

Welch ein Freitagabend: Frostig, aber nicht kalt, weder Schnee noch Regen, Hunderte von Besucherinnen und Besuchern im Zentrum von Langnau, die Sterne für einmal nicht am Himmel, sondern in Bodennähe: Adventslicht halt, jene Veranstaltung des Gewerbevereins, ohne die man den Winter schon gar nicht mehr beginnen will.


Wer kennt ihn nicht, den Silvester-TV-Sketch „Dinner for one“, in dem am Schluss der Diener fragt: „Same procedure as last year?“ Zur zehnten Auflage des Adventslichtes war vieles gleich, ja, es musste bleiben, wie es in den Vorjahren war – weil es geliebt wird und man genau deswegen kommt. Etwas ganz Wichtiges war aber dieses Jahr anders – und von den Reaktionen her zu schliessen, wurde es gleich bei der Premiere ins Herz geschlossen.

In der Adventszeit muss man in Langnau nicht mehr Himmelsbeobachtung machen, um sich den Sternen nahe zu fühlen. Hier gibt es sie in Bodennähe, festgemacht an den Kandelabern der Strassenlaternen, die Neue Dorfstrasse (und ein wenig die Albisstrasse) in ihrer Fülle in warmes, gelblich-weisses Licht tauchend. Die Vorgänger der neuen Adventslicht-Sterne, die einst von Freddy Zwahlen hergestellten Engelsflügel, machten nicht mehr viel Staat.

Umso erfreuter war der Gewerbeverein, dass sich der Gemeinderat für die Idee einer neuen Beleuchtung gewinnen liess. Die Kosten dafür wurden aus politisch-juristischen Gründen erst einmal vollständig von der Gemeinde übernommen. Dass das Gewerbe, aber auch Bürger und Institutionen hinter den neuen Sternen stehen, zeigt sich aber an der Tatsache, dass bis zum Adventslicht-Datum nicht weniger als 13 Sponsoren gefunden werden konnten, die je 2500 Franken beisteuerten.

Ihnen allen, aber auch der Bevölkerung, galt der Dank von Gewerbevereins-Präsident Heinz Gresser und Gemeindepräsident Peter Herzog anlässlich einer kleinen Einweihungsfeier, die mit einem Apéro verbunden wurde. Die beiden liessen es sich auch nicht nehmen, mit einer überdimensionierten Steckerverbindung das Licht, dieses Licht einzuschalten. Es klappte sekundengenau (Handy sei Dank …).

Den Erfolg einer Veranstaltung dieser Art darf sich in erster Linie an der Zahl der Besucherinnen und Besucher messen. Exakt kann diese nicht bestimmt werden. Die 25 Austellerinnen und Aussteller verteilen sich von der Spinnerei die ganze Neue Dorfstrasse entlang. Auch kommen nicht alle zur gleichen Zeit. Vereinfacht kann man aber sagen: Wenn es eine „Druckete“ gibt, dann waren viele da. Und dieses Gnusch gab es.

Andere Zahlen sind verlässlicher: Die Bäckerei Friederich verkaufte ihre sämtlichen Berliner – und das sind soviele, wie die Lagermöglichkeiten überhaupt hergeben, nämlich 1400 Stück! Weil es den Eltop-Laden nicht mehr gibt, übernahm die Dorfgärtnerei Raschle Raclette als Menu-Angebot. Alleine an diesem Freitag wurden 400 Portionen verkauft, also 40 Kilogramm Käse! Im Hotel-Restaurant Bahnhof gingen vier riesige Pfannen Mah-Meh weg, im Gewerbevereins-Zelt kam man zwischendurch kaum mehr mit dem Servieren nach …

Das Adventslicht 2013 mag kommen. Die Sterne sind mit ihm!