Wenn man fast nicht mehr warten kann ...

Es ist einer der Anlässe mit grosser Tradition im Gewerbeverein Langnau. Selbst Präsident Heinz Gresser weiss nicht, wie viele Jahre schon der Samichlaus mit Schmutzli und Esel den Kindern auf dem Platz vor dem Gemeindehaus seine Aufwartung macht.

Die ersten Kinder trudeln zwanzig Minuten zu früh ein. Es könnte sein, dass der Samichlaus überpünktlich ist. Und dann wäre man ja bei den Ersten ... Mit Glockenschlag fünf Uhr kommt das Chlaus-Trio dann den Schlossweg herauf zum Gemeindehausplatz. Und jene Kinder, die nicht mehr länger warten wollten, gehen in den Dutzenden ihrer «Gschpänlis» beinahe unter.

Zur Einstimmung spielt der Musikverein einige Stücke. Und dann ist die Reihe an den Kindern und am Samichlaus, am Schmutzli und am Eseli. Es wird gestreichelt, gerufen, gesungen, sich gefreut, wenn der Chlaus einem ein gut gefülltes Säckli gibt. Alle wollen immer gleichzeitig zuvorderst sein – was natürlich nicht geht. Aber ein Chlaus hat schliesslich genügend natürliche Autorität. Er lobt, ermuntert, lässt sich vom Schmutzli Säckli um Säckli reichen – und irgendwann sind auch die letzten Kinder bis zu ihm vorgestossen. Einmal mehr: Nicht nur ein Anlass mit grosser Tradition, sondern von allergrösster Beliebtheit.

Alle helfen mit
Reibungslos geht alles über die Bühne. Dabei geht nur zu gerne vergessen, was für einen Aufwand es braucht, damit es überhaupt so weit kommt. Viele, viele Helfer des Gewerbevereins sind schon Tage zuvor im Einsatz. Sie füllen die 200 Chlaus-Säckchen eigenhändig ab, sie organisieren die 45 Kilogramm Maronni, die an diesem Abend verteilt werden, bereiten zwei grosse Kanister Punsch auf.

Mitarbeiter der Schreinerei Widmer stellen gratis die Samichlaus-Hütte auf, andere sorgen mit grossen Lampen für das rechte Licht, Fredy Zwahlen stellt seinen Esel zur Verfügung, von Vorstandsmitgliedern wird Punsch abgegeben, die Maronni verpackt, von hinter dem Hüttchen reichen Heinz Gresser und Rolf Ebnöther dem Schmutzli unermüdlich Säckchen um Säckchen – Tätigkeiten, die alle gerne und selbstverständlich machen. Ein grosses Lob haben sie aber gleichwohl verdient.