Berichte 2017

Das Adventslicht bleibt Langnaus Dorffest

Das nennt man richtig Schwein: Die Kaltfront kam erst später in der Nacht. So konnte man an diesem Freitagabend bei fast milden Temperaturen genussvoll Adventslicht feiern.

 

Und die Gelegenheit wurde genutzt: Zu Hunderten flanierten die Besucherinnen und Besucher die Neue Dorfstrasse hinauf und hinunter. Der Dorfplatz mit dem Festzelt des Gewerbevereins wurde zum Hot Spot: Zeitweise gab es keinen Platz mehr auf den fest installierten Bänken und jenen der Aussenwirtschaft. Im Zelt selbst liefen sich die Gewerbler die Füsse wund: Der «Flammechueche» fand reissenden Absatz, da ein Kafi mit Güggs, dort einen Wein, ein Bier, bitte …! Proppenvoll wurde es bei der Sportlerehrung um halb sieben Uhr. Langer Applaus brandete auf, als anderthalb Stunden später Sängerin Ruth Juon und Illustratorin Evi Juon die 13. CD aus dem Studio im Rütibohl taufen lassen konnten, natürlich von Gewerbevereinspräsident Heinz Gresser.

Zwei Zahlen noch – für den Rest lasst Bilder sprechen: 300 Portionen Raclette zerflossen bei der Dorfgärtnerei von Markus Raschle und 1400 Berliner der Bäckerei Friederich eroberten hungrige Mägen.

Sicherheit für 27 Millionen Flugpassagiere

Zürichs Tor zur Welt: der Flughafen in Kloten. 27,5 Millionen Passagiere, fast 270'000 Flugbewegungen im Jahr. 313'000 Tonnen Luftfracht, davon 32'000 allein Postendungen: Es sind gewaltige Zahlen. Dies alles will geschützt sein, von der Flughafen-Feuerwehr. In zwei Gruppen (21. und 28. Oktober) besuchte der Gewerbeverein den grössten der drei Stützpunkte auf dem Areal.

 

Erster Flughafen in der Region war, ab 1909, Dübendorf. 1919 bezog die Swissair-Vorgängerin Ad Astra Aero dort ihre Basis, 1932 erfolgte die Umbenennung in Swissair. Mitten im Zweiten Weltkrieg entspann sich eine harte Auseinandersetzung, wo ein Landesflughafen gebaut werden soll. Klotens Konkurrent war das bernische Utzenstorf. 1945 erhielt Zürich den Zuschlag. Baubeginn war 1946, das erste Flugzeug auf der ersten Piste (10/28) landete 1948. Wurden 1950 noch 160'000 Passagiere gezählt, hatte man 1960 bereits die 1-Million-Marke überschritten.

Über 1200 Einsätze

2016 gab es im Schnitt 75'000 Passagiere und 735 Flugbewegungen täglich. Da liegt Gefahr in der Luft: Kollissionen auf dem Rollfeld, auslaufendes Oel oder Kerosin, schlimmstenfalls bei An- oder Abflug ein Absturz. Deshalb: Zum Glück gibt es die Flughafenfeuerwehr. Im Jahr leistet sie über 1200 Einsätze, mit 118 Mitarbeitenden, rund um die Uhr.

Das Flughafenareal umfasst rund 800 Hektaren Land mit einem Umfang von rund 18 Kilometern. Vorgeschrieben ist eine Interventionszeit bei Flugzeugereignissen auf dem befestigten Pisten- und Rollwegsystem bei optimalen Bedingungen von maximal 3 Minuten vor. Um diese Vorschrift einhalten zu können sind die Flugfeldlöschfahrzeuge auf drei Standorte verteilt.

Sämtliche Einsätze werden von der Hauptwache aus koordiniert und abgedeckt. Die Einsatzleitung sowie die einsatzrelevanten Interventionseinheiten rücken von dort aus. Im Gebäude befinden sich die Fahrzeughalle, der Sportbereich sowie die Ruhe- und Aufenthaltsräume. Die Werkstätten der Berufsfeuerwehr befinden sich im angrenzenden Gebäude bei der Hauptwache. Der eigenständige Rettungsdienst ist unmittelbar neben den Feuerwehr-Gebäuden untergebracht.

Zwei Aussenstellen

Um die vorgeschriebene Interventionszeit einzuhalten, werden auf dem Flughafenareal zwei Satelliten betrieben. Der Standort Satellit Nord liegt im nördlichen Teil des Flughafenareals in der Nähe der Meteo-Station und ist mit einer 4-köpfigen Mannschaft und zwei Flugfeldlöschfahrzeugen ausgerüstet. Diese Interventionseinheit kann aufgrund ihrer strategischen Ausgangslage am schnellsten vor Ort sein, wenn sich Flugzeugereignisse auf der Piste 14/32 und Piste 16 sowie auf der Kreuzung der Piste 28 ereignen. Die Präsenzzeit im Satellit Nord gilt von der ersten bis zur letzten normalen Flugbewegung. Für ausserordentliche Not – und Sonderflüge während der Nachtruhe (zum Beispiel für Rega, Vermessungsflüge) kann die Präsenzzeit entsprechend angepasst werden.

Der Standort Satellit A liegt beim Flughafendock A im südlichen Teil des Flughafenareals und ist mit einer 2-köpfigen Mannschaft und einem Flugfeldlöschfahrzeug ausgerüstet. Diese Interventionseinheit ist aufgrund ihrer strategisch zentralen Ausgangslage an allen Einsätzen im Nord- und Südteil des Flughafens beteiligt.

Auch Zürich-Nord wird abgedeckt

Die BerufsfeuerwehrFlughafen ist auf dem Flughafen 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr für die feuerwehrtechnische Sicherheit zuständig und interveniert im Einsatzfall im flugzeug- wie auch gebäudeseitigen Bereich. Für die flugzeugspezifischen Aufgaben ist die Berufsfeuerwehr Flughafen mit 6 modernen Flugfeld-Löschfahrzeugen ausgerüstet. Zusammen mit der Milizfeuerwehr Kompanie Nord bewältigt sie auch sämtliche Ersteinsätze im nördlichen Teil der Stadt Zürich.

Im Bedarfsfall und im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt die Berufsfeuerwehr Flughafen auch die umliegenden Gemeinden bei schwerwiegenden Einsätzen. Bei Flugzeugereignissen unterstützt sie sämtliche Gebiete des Kantons Zürich.

Rund drei Stunden dauerte die hochinteressante Führung. Nach einem kleinen Apéro dislozierte man ins Runway-Restaurant in Glattbrugg.

Dreifache Gesundheit: Therasport, AXA und Protea Wines

Ja, auswärts schon – aber selbstverständlich bei Mitgliedern des Gewerbevereins. Im Rahmen des 53. Gewerbeapéros präsentierten sich Harry Schaap von Therasport und Marc Hofstetter als Leiter der örtlichen AXA-Hauptagentur – in den neuen, am 8. April dieses Jahres eröffneten Therasport-Räumlichkeiten in Rüschlikon. Ja, und Wein? Nur Geduld …

 

Harry Schaap und seine Therasport gehören in Langnau bald schon zu den Ur-Firmen. Zu und von den Räumen an der Neuen Dorfstrasse herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Draussen wartet man vielleicht auf den Bus, schaut den Schwitzenden zu und denkt schambewusst: «Ich sollte vielleicht auch mal wieder etwas für meine Gesundheit tu!» Ein reines Fitness-Center ist es aber nicht, es geht auch viel um Physiotherapie, um die «Pflege und Heilung des Körpers», so die Umschreibung des griechischen Begriffes.

Wie Harry Schaap in seiner Begrüssung erläuterte, geht es zuerst darum herauszufinden, was die Ursache dafür ist, dass man sich überhaupt in physiotherapeutische Behandlung begibt. Es zwickt und zwackt an einer Körperregion – dabei hat sich, beispielsweise, ein Nerv ganz woanders eingeklemmt und sendet nun, hämisch lachend, seine bösartigen Impulse.

Erst wenn die Ursache erkannt ist, beginnt eine sinnvolle Behandlung. Dabei stehen Harry Schaap und seinem Team verschiedene Methoden zur Verfügung: manuelle Therapie, Dry Needling (mit Einwegakkupunkturnadeln), Kraniofazial (bei Störungen im Kopf-, Gesichts- und Kieferbereich), Stosswellen, medizinische Trainingstherapie, Lymphologisch (bei Problemen im Bereich Lymphknoten und -gefässe), Kinesiotaping (Bänder, die auf die Haut geklebt werden) und Faszientherapie.

Versichern – und geniessen

Die AXA Winterthur ging Ende 2006 aus dem Schweizer Stammhaus der durch AXA übernommenen Winterthur Group hervor. Sie zählt rund 1,7 Millionen Versicherte in der Schweiz. Sie hat Angebote in allen Bereichen, bei denen Vorsorge oder Schutz notwendig ist. Marc Hofstetter leitet die Thalwiler Hauptagentur mit ihrer Zweigstelle in Adliswil; er ist zudem Präsident des Thalwiler Gewerbevereins.

Ob er die Langnauer Gewerbler so gut kennt? Der «Apéro riche» konnte von Hofstetters Engagement bei «Protea Wines» profitieren, sie ist in Thalwil beheimatet und Spezialistin für südafrikanische Weine; die meisten der rund 120 verschiedenen Protea-Arten (es handelt sich um Südafrikas Nationalblume) wachsen denn auch im südlichen Afrika. Elf verschiedene Weine konnte man degustieren; für viele eine echte Überraschung, bieten diese Weine, besonders stark bei den Roten, doch ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis.

Wenn Langnau mit Langnau feiert

Gaaaanz früh aufstehen hiess es für den erweiterten Vorstand: 550 Jahre Marktrecht in Langnau im Emmental. Die Delegation des Gewerbevereins Langnau präsentierte sich in historischen Kostümen.

 

Märkte gab es im Hauptort des hinteren Emmentals schon früher, urkundlich verbürgt sind sie seit 1467. Die Bedeutung ist nach wie vor gross: Jedes Jahr gibt es sechs davon, heuer, im Jubiläumsjahr, einen siebten, an dem wir unsere Aufwartung machten.

Kontakte zwischen den beiden Gewerbevereinen bestehen schon seit einiger Zeit, umso mehr, als sie seit dem 1. Juli 2005 Vertreter der noch einzigen beiden Politischen Gemeinden in der Schweiz sind, die den Namen Langnau tragen; auf diesen Zeitpunkt hin wurde das Luzerner Langnau Teil der Grossgemeinde Reiden.

«Eine Bereicherung»

Selbstverständlich: Präsident Heinz Gresser war mit seinen Mitfahrern als Erster vor Ort. Man richtete den Stand ein, hängte die Kostüme bereit, sagte dem mitgereisten, toten Ferkel, jetzt sei es dann bald um es geschehen, und hatte danach nur wenig Zeit, das aufkommende Marktgeschehen zu beobachten.

Gegen 10 Uhr machte man sich auf für die Runde über den Markt. Vorne, als Spielmann, Jörg Frei mit seiner Panflöte, dahinter zwei Knechte, die an einem langen Spiess das Spanferkel trugen. Bei den halben Dutzend Halten wurden die Besucherinnen und Besucher herzlich begrüsst und über unseren Auftritt informiert. Äpfel und Rüebli wurden gratis verteilt.

Das Ferkel: Auf den Abend hatten die Zürcher die Emmentaler zum Schweinchenschmaus eingeladen. Gut Ding will Weile haben: An die sechs Stunden musste es über dem Feuer schwitzen. Und noch so gerne hätten Marktbesucher auch ein «Schnäfeli» davon abgekriegt … Beim gemütlichen Schmaus meinte Hans Brechbühl, der Präsident der Emmentaler: «Herzlichen Dank, ihr seid eine echte Bereicherung für unseren Markt gewesen!»

Die Kontakte zwischen den beiden Vereinen werden weiterhin gepflegt. Erste Überlegungen bestehen, an unserer Gewerbeausstellung von 2019 das Emmental als Gastregion vorzustellen.

Der mit dem Grand-Marnier flirtet

Zum zweiten Mal spannten die Langnauer für den Sommer-Sonntagsbrunch mit den Adliswiler Gewerbetreibenden zusammen. Der Garten des «Restaurants» Gontenbach war bei bestem Wetter ein idealer Ort.

 

Die Anmeldungen sauber durchgezählt? Oder Glück gehabt? An den beiden langen Tischen blieb kein einziger Platz mehr frei! Mit Kind und Kegel und Hund und Ehepartner waren es an die 50 «Einheiten». Es ist aber auch zu verlockend, einen sonnigen Sonntag mit Cüpli, netten Gesprächen und einem gediegenen Buffet zu beginnen.

Damit es so gut klappt, ist hinter den Kulissen schon vorher eifrig gearbeitet worden. Von den Vorstandsmitgliedern beider Vereine, aber natürlich vor allem von den Lieferanten. Die Brote, Zöpfe und Brötchen kamen von Beck Peter aus Adliswil, die gigantische Fleischplatte war von Karl Abegg, Metzgerei-Delikatessen, aus Langnau zusammengestellt worden. Susi Winter leistete an der Rühreier-Pfanne nicht nur fleissigen, sondern sogar feurigen Einsatz: Ein Leck an einem Regler führte zu einem kleinen Feuerwerk. Und wenn Präsident Heinz meint, «gäll, für miich mit Grand-Marnier», dann kann es sich nur um eine Crèpe handeln, hergestellt und gesponsert vom Team Wälti (Badewelten).

Gontenbach und «Restaurant» in Anführungszeichen: Seit 2008 wird es nicht mehr dauernd als solches genutzt. Am 9. Juni2009 wurde es von Ken Füglistaler, dem Geschäftsführer der Adliswiler Garage Ulrich Füglistaler AG, im Rahmen einer Versteigerung erworben. Das Innere des Restaurants und der Küchenbereich sind renoviert worden, so dass die Vermietung für einzelne Events möglich ist.

Rekordaufmarsch beim Chasperlitheater

Wunderschön: In einer Zeit von Videospielen, Handys und Dutzenden TV-Kindersendungen zieht eine Chasperli-Aufführung die Kinder in Scharen an. Am ersten Dorfmärt waren es an die 60, mit den Begleitpersonen an die 100. Handelnde Akteure hinter den Figuren waren wie immer Mitglieder drr Theatergruppe.

 

«Mister Chasperli» in der Schweiz – das ist natürlich der Schauspieler Jörg Schneider. Zwischen1967 und 1976 schrieb er 41 Hörspielfassungen. Den Anfang nahmen die Geschichten schon früher. Und sogar in unserer Region: Auf eine Anfrage des Autors Adalbert Klingler spielte Schneider zusammen mit Ines Torelli ab Beginn der 60er-Jahre im «Park im Grüene» in Rüschlikon.

Den Langnauern gab Schneider, durch Vermittlung von Regisseur und Schauspieler Peter Niklaus Steiner, noch vor seinem Tode im Jahre 2015 die Erlaubnis, seine Stücke zu spielen. Und der Tudor-Verlag, bei dem die Rechte heute liegen, zeigte sich bei den Gebühren mehr als gnädig: 5 Prozent nur müssen von den Einnahmen abgeführt werden – die aus einer Kollekte besteht.

Gezeigt wurde zum Auftakt der Märt-Saison «De bös Zwerg Zwack und de Prinz Mägerli», eines der frühen Stücke, entstanden 1968. Tomas Landolt, Esther Ambühl und Dominique Wild waren es, die den Figuren Leben einhauchten. Weitere Aufführungen gibt es in diesem Jahr am 1. Juli und am 30. September, wie immer ab 11 Uhr im Rahmen des Dorfmärts. Die Stücke dauern gut eine halbe Stunde.

«Bevi il vino et lascia l'aqua al mulin»

Natürlich, die Übersetzung des Titels kommt sofort: «Trinke Wein – und überlass' das Wasser der Mühle!» Also, das mit dem Wein haben die 44 Teilnehmer unseres Jahresausflugs befolgt! Schliesslich ging's ins Tessin. Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde der Mühle aber doch ein wenig Wasser geklaut …

Abfahrt um 7 Uhr, Rückkehr um 21.30: Die Dauer zeigt, wie weit weg für einmal das Ziel war. Das Wichtigste für einmal vorneweg: Es hat sich mehr als nur gelohnt.

Das stets umschwärmte Bellinzona

Hauptort des Kantons Tessin ist Bellinzona. Mit seinen 40'000 Einwohnern ist es hinter Lugano die zweitgrösste Stadt des Südkantons. Mit seiner Lage am Scheideweg gleich dreier grosser Alpenpässe (Gotthard, Lukmanier, San Bernardino) kam es schon vor Jahrhunderten zu grosser strategischer Bedeutung und war immer Zankapfel ausländischer Mächte.

Da wundert es nicht, dass bald einmal eine Burg erbaut wurde – zuoberst auf einem natürlichen Felsen, den die Gletscher sicherlich in weiser Voraussicht hatten stehen lassen. Bauherren waren die Römer im 4. Jahrhundert – erste Siedlungsspuren datieren gar aus dem 4. Jahrtausend vor Christus. Mehrmals wechselten sich Como und das Herzogtum Mailand als Besitzer ab, bis Bellinzona im Jahr 1340 an die Visconti aus Mailand fiel. Zur Abwehr von Angriffen der Eidgenossen liessen die Mailänder Herzöge das Castelgrande in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts markant ausbauen. Die heutige Gestalt der Burg ist überwiegend auf diese Zeit zurückzuführen. 1500 unterwarf sich Bellinzona der Herrschaft der Eidgenossen, ab 1803 gehörte es mit dem Beitritt des Kantons zur Eidgenossenschaft dann ganz den Tessinern. Von 1982 bis 2000 wurden bedeutende Restaurierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt.

Aceto balsamico aus dem Tessin

Modena in Italien, in der Emilia-Romagna: Männliche Wesen denken da wohl zuerst an Maserati, wissen gar, das im nur 18 Kilometer entfernten Maranello Ferrari beheimatet ist. Frauen sind da praktischer. Die Käsesorten Grana Padano und Parmigiano Reggiano (der auf den Spaghetti ...), der prickelnde Lambrusco und natürlich der Balsamico-Essig – da schwelgt das Herz. Dass es aber auch im Tessin hervorragenden Balsamico gibt, ist kaum bekannt.

Als Gastronom mit vier Restaurants wagte Angelo Delea 1993 einen völligen Neuanfang: Der Hobby- wurde zum Berufswinzer. Drei Jahre später dann die nächste verrückte Idee: Die Erträge aus der Americano-Traube lagen weit, weit über dem Durchschnitt, Grappa war auch genug gemacht – da erinnerte sich Delea seines Aufenthaltes in Modena. «Ci proveremo», wir probieren es, sagte er sich. Und mittlerweile haben seine Aceti balsamico Kultstatus.

Kein Wunder, war die Truppe kaum aus dem Keller wegzubewegen. Unser bewährte Carfahrer musste drohen, er fahre ohne uns in die Deutschschweiz zurück, das Gesetz mit seinen maximal 15 Stunden Einsatzzeit am Tag lasse ihm keine andere Wahl … Natürlich gab es bei Delea eine Verspätung. Wir konnten ihn aber wieder gnädig stimmen. Das Nachtessen war oberfein, das Grotto dei due ponti in Giornico so was von typisch, aber die Abfahrt erfolgte drei Minuten zu früh! Chaffeur gerettet, Reise gerettet ...

Generalversammlung: Wechsel im Vorstand

Er wollte es genau machen: Markus Raschle meinte, er sei zehn Jahre im Vorstand gewesen. Also seine Periode, Neuen Platz zu machen. Schmunzelnd wies ihn Präsident Heinz Gresser darauf hin, es seien eigentlich nur neun gewesen, aber wenn man das Einarbeitungsjahr dazurechne … Neu im Vorstand sind Patrick Hefti und Reto Flachsmann.

 

Dass der Gewerbeverein ein guter Verein ist, das wussten wir. Dass er aber auch ein enorm bedeutender ist, überraschte doch viele: Pünktlich auf den Beginn des Apéros läuteten die Glocken der Katholischen Kirche minutenlang. In ihrem Pfarreisaal durften wir Gastrecht geniessen. Nur böse Zungen behaupten, 18 Uhr sei auch der Beginn des Samstag-Gottesdienstes gewesen ...

1877 wurde, am gleichen Ort, die erste katholische Kirche Langnaus eingeweiht. Nachdem die Liebfrauenkirche «Auf der Fuhr» 90 Jahre als Gotteshaus gedient hatte und über die Jahre viel zu klein für die wachsende Pfarrei geworden war, wurde dort am 27. Mai 1967 der letzte Gottesdienst gefeiert. Für zwei Jahre behalf man sich für die Gottesdienste mit einer Baubaracke. Zudem bekamen die Katholiken freundliches Gastrecht in der reformierten Kirche, bis dann am 16. November 1969 die neue Marienkirche geweiht werden konnte. Zur Kirche gehört auch der Saal, und ganz zuunterst befindet sich eine Zivilschutzanlage.

Zwei Neue im Vorstand

86 Anwesende, 41 Stimmberechtigte: Es gibt nur wenige Orte im Dorf, wo der Gewerbeverein mit seiner Generalversammlung unterkommen kann. Sich deswegen zu beklagen, wäre aber jammern auf tiefstem Niveau. Der Zustrom zeigt ja unter anderem, wie gross der Zusammenhalt ist, wie gerne man Gewerbler in diesem Dorf ist.

Launig wie stets führte Präsident Heinz Gresser durch die Versammlung. Den acht Austritten standen sieben Eintritte gegenüber, sodass die Gesamtzahl der Mitglieder praktisch unverändert blieb (122 Aktiv, 11 Passiv, 6 Ehren). Markus Raschles war der einzige Austritt aus dem Vorstand. Er hat sich in den letzten Jahren intensiv um seine Ressorts Detaillisten und Medien gekümmert, und unvergessen ist die Gewerbeausstellung 2012 in der Schwerzi mit ihm als OK-Präsident. Neu ins Leitungsteam wurden Patrick Hefti (Albis-Drogerie) und Reto Flachsmann (Mobiliar-Versicherungen) gewählt.

Gewerbeausstellung naht

Schulpräsidentin Dora Murer orientierte über das Projekt «Lift», das Schulabgänger bei der Lehrstellensuche unterstützt. Von Gemeindepräsident Peter Herzog gab es die neusten Informationen über das Dorf. Er ist auch als OK-Präsident für die nächste Gewerbeausstellung, im Jahr 2019, vorgesehen.

Daut Reshani von der Gebert Gartenbau AG offerierte den Apéro mit den feinen Häppchen der Bäckerei Widmer, und nach dem Salat und dem Schweinsfilet (zubereitet von Silvio und Pius Keller) hatte es noch erstaunlich viel Platz in den Mägen für die Dessertschnitten der Bäckerei Friederich. Für den frühlingshaften Tischschmuck sorgte die Gärtnerei Bacher.

Markus, lass die Blumen sprechen!

Gartencenter. Raschle. Ja, natürlich – aber es war nicht der Langnauer Betrieb, sondern jener in Wädenswil, der Ziel des jüngsten Gewerbeverein-Apéros war.

 

Es gibt da dieses Sprichwort aus der Romantik: «Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her.» So kam man sich vor im Wädenswiler Betrieb von Markus Raschle: Blumen, Pflanzen, Gestecke, Bäumchen – und natürlich waren unter den vielen Dekorationsfiguren auch Engel. Paradies eben!

Von der Fläche her ist Wädenswil nur leicht grösser als Langnau. Für uns Langnauer ist natürlich die am See die Filiale – die Wädenswiler sehen das natürlich umgekehrt. Verständlich: Markus Raschle übernahm vor sechs Jahren einen besehenden Betrieb, «Gartencenter die alt Fabrik» von Walter Gass. Seither wurden verschiedene bauliche Anpassungen vorgenommen. Zusammen mit dem Betrieb in Langnau sowie dem Geschäftszweig Gartenunterhalt und -bau beschäftigt die Firma 30 Angestellte. Und seit kurzem gibt es mit dem «Urban Gardening Shop» eine Verkaufsplattform.

Ein nicht florales, aber ebenso beliebtes Produkt: das Raschle-Gartenbier. Gebraut wird es gleich nebenan im «Wädi-Brau-Huus». Auch dort konnten sich die 45 Anwesenden umsehen, und das Produkt gab es natürlich sowohl zum Apéro als auch zur Verpflegung, feinen Pizzas aus dem gemieteten Holzofen – zubereitet von einem Raschle-Miarbeiter mit sizilianischen Wurzeln!

Bären als Zaungäste beim Schweinebraten

Er gehört halt einfach zu Langnau: Der Tierpark … pardon … Wildnispark Langenberg. Wohl auch deshalb wurde dem Restaurant beim Starthöck grosszügig Reverenz erwiesen: 40 Teilnehmer labten sich unter anderem an Engadiner Siedwurst und Schweinebraten.

 

Obwohl er fast vollständig auf Gemeindegebiet liegt, gehört er denn Langnauern schon lange, lange nicht mehr: Im Verlauf des 16. Jahrhunderts erwarb die Stadt Zürich in mehreren Etappen das Gelände. Es wurde zum Brennholzlieferanten für die Stadt, ebenso der Sihlwald, spätestens mit der Aufhebung des Fraumünsterklosters 1524.

2019 wird der Tierpark/Wildnispark in seiner Form als erster Zoo der Schweiz 150 Jahre alt. Das erste Restaurant ist nur wenig jünger. Es entstand um 1875. Platzmangel und prekäre hygienische Verhältnisse führten 1942 dazu, dass die Gäste ausblieben. 1944 liess der Stadtrat das baufällig gewordene Gebäude abbrechen und nach Plänen des Stadtbaumeisters Albert Heinrich Steiner für 372'000 Franken einen Neubau errichten.

Wo gibt es schon sowas? Sitzt man auf den Aussenplätzen des Restaurants, kann es sein, dass einem ein Bär ständig in den Teller linst. Es könnte sich ja ein grosser, feiner Lachs darauf befinden ... Bären sind eine von 18 Tierarten, die im Wildnispark ihre Heimat haben. Während es heute ausschliesslich einheimische Tierarten sind, existieren aus früheren Jahrzehnten Bilder, auf denen, mit der Kirche im Hintergrund, ein … Zebra (!) fröhlich weidet.

Dank an die Gastgeber

Müsste man beweisen, dass der Gewerbeverein Langnau nicht einfach ein Verein mehr ist, bietet der Starthöck dazu die beste Gelegenheit: Obwohl seit dem letzten Anlass, dem Adventslicht, nur gerade mal zwei Monate vergangen sind, wird geplaudert und gelacht, werden Informationen ausgetauscht, als wären es Jahrzehnte her.

Der Apéro wurde von den Gastgebern Michelle und Remo Eschle übernommen, zur Vorspeise gab es Kastaniensuppe oder Nüsslisalat, als Hauptgang Schweinebraten oder Engadiner Siedwurst, und als Dessert brillierte eine Rötelibirne mit Vanilleglacé.

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Adventslicht 2017
24. November

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