«Bevi il vino et lascia l'aqua al mulin»

Natürlich, die Übersetzung des Titels kommt sofort: «Trinke Wein – und überlass' das Wasser der Mühle!» Also, das mit dem Wein haben die 44 Teilnehmer unseres Jahresausflugs befolgt! Schliesslich ging's ins Tessin. Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde der Mühle aber doch ein wenig Wasser geklaut …

Abfahrt um 7 Uhr, Rückkehr um 21.30: Die Dauer zeigt, wie weit weg für einmal das Ziel war. Das Wichtigste für einmal vorneweg: Es hat sich mehr als nur gelohnt.

Das stets umschwärmte Bellinzona

Hauptort des Kantons Tessin ist Bellinzona. Mit seinen 40'000 Einwohnern ist es hinter Lugano die zweitgrösste Stadt des Südkantons. Mit seiner Lage am Scheideweg gleich dreier grosser Alpenpässe (Gotthard, Lukmanier, San Bernardino) kam es schon vor Jahrhunderten zu grosser strategischer Bedeutung und war immer Zankapfel ausländischer Mächte.

Da wundert es nicht, dass bald einmal eine Burg erbaut wurde – zuoberst auf einem natürlichen Felsen, den die Gletscher sicherlich in weiser Voraussicht hatten stehen lassen. Bauherren waren die Römer im 4. Jahrhundert – erste Siedlungsspuren datieren gar aus dem 4. Jahrtausend vor Christus. Mehrmals wechselten sich Como und das Herzogtum Mailand als Besitzer ab, bis Bellinzona im Jahr 1340 an die Visconti aus Mailand fiel. Zur Abwehr von Angriffen der Eidgenossen liessen die Mailänder Herzöge das Castelgrande in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts markant ausbauen. Die heutige Gestalt der Burg ist überwiegend auf diese Zeit zurückzuführen. 1500 unterwarf sich Bellinzona der Herrschaft der Eidgenossen, ab 1803 gehörte es mit dem Beitritt des Kantons zur Eidgenossenschaft dann ganz den Tessinern. Von 1982 bis 2000 wurden bedeutende Restaurierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt.

Aceto balsamico aus dem Tessin

Modena in Italien, in der Emilia-Romagna: Männliche Wesen denken da wohl zuerst an Maserati, wissen gar, das im nur 18 Kilometer entfernten Maranello Ferrari beheimatet ist. Frauen sind da praktischer. Die Käsesorten Grana Padano und Parmigiano Reggiano (der auf den Spaghetti ...), der prickelnde Lambrusco und natürlich der Balsamico-Essig – da schwelgt das Herz. Dass es aber auch im Tessin hervorragenden Balsamico gibt, ist kaum bekannt.

Als Gastronom mit vier Restaurants wagte Angelo Delea 1993 einen völligen Neuanfang: Der Hobby- wurde zum Berufswinzer. Drei Jahre später dann die nächste verrückte Idee: Die Erträge aus der Americano-Traube lagen weit, weit über dem Durchschnitt, Grappa war auch genug gemacht – da erinnerte sich Delea seines Aufenthaltes in Modena. «Ci proveremo», wir probieren es, sagte er sich. Und mittlerweile haben seine Aceti balsamico Kultstatus.

Kein Wunder, war die Truppe kaum aus dem Keller wegzubewegen. Unser bewährte Carfahrer musste drohen, er fahre ohne uns in die Deutschschweiz zurück, das Gesetz mit seinen maximal 15 Stunden Einsatzzeit am Tag lasse ihm keine andere Wahl … Natürlich gab es bei Delea eine Verspätung. Wir konnten ihn aber wieder gnädig stimmen. Das Nachtessen war oberfein, das Grotto dei due ponti in Giornico so was von typisch, aber die Abfahrt erfolgte drei Minuten zu früh! Chaffeur gerettet, Reise gerettet ...

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