Berichte 2021

Zwei Gewerbevereine eine grosse Erleichterung

Nur einen Steinwurf ist sie entfernt, die Grenze zwischen Langnau und Adliswil. Logisch daher, dass die beiden Gewerbevereine ihren Sommerbrunch traditionell im ehemaligen Restaurant Gontenbach durchführen. Gewinner war der Brunch so oder so: Nach Monaten der zwangsverordneten Untätigkeit konnte man endlich wieder einen Anlass durchführen.

 

Nur ganz vereinzelt bot sich in den letzten 14 Monaten für die beiden Vereine die Möglichkeit, etwas real, nicht nur virtuell stattfinden zu lassen. Der Zoobesuch der Langnauer im letzten August ist eines der raren Beispiele. Dadurch wurde natürlich auch der Hauptzweck eines Gewerbevereins kompromittiert: sich branchenübergreifend zu vernetzen. Und das geht halt immer noch am besten von Angesicht zu Angesicht, mag die Smartphone-Verbindung noch so schnell sein.

43 Teilnehmer, 7 Kinder, 2 Hunde

Roland Bühlmann (Adliswil) und Heinz Gresser, die beiden Präsidenten, freuten sich am Brunch denn auch wie die Schneekönige. Es interessierte kaum, dass man, wegen der unsicheren Witterung, die Tische drinnen vorbereitet hatte. Schliesslich geht es ja nicht nur ums Essen – plaudern und rauchen kann man auch oder nur draussen bestens. Das mit dem Draussen hatten die sieben Kinder am schnellsten begriffen: Im einer Ecke gab es eine Gigampfi, auch Kieselsteine lassen sich aufschichten und der eine beiden Hunde holte sich unentwegt seine Streicheleinheiten ab.

Auch bei der Verpflegung hielts man fifty-fifty: Frische Brote, Gipfeli und Sonntagszopf kamen von Beck Peter aus Adliswil, die Fleisch-Käseplatte lieferte Kari Abegg Metzgerei-Delikatessen, Langnau.

607 Tage auf Schnödögürügönggöng gewartet

Eine von vielen Ausfällen wegen Corona: der Langnauer Dorfmärt. 607 Tage war: nichts. Dann endlich, endlich: Am 29. Mai wieder einer. Die Erwachsenen drängten sich um die Stände. Die Kleinen zappelten vor Ungeduld, bis es um 11 los ging: «Dä Chaschperli isch wider da!»

 

Was hat der Gewerbeverein mit dem Chaschperli zu tun? Ihn als Vorstandsmitglied gewinnen? Nun ja, eine Figur, die einen aufheitert, ist an einer staubtrockenen Sitzung sicher zu gebrauchen. Alles gelogen: Der Gewerbeverein unterstützt die Aufführungen an den drei Dorfmärkten finanziell.

 
Der unvergessliche Jörg Schneider

«Plange» ist nicht etwa «nur» Schweizerdeutsch. Sonden «Züritütsch». Das Wort verbreitete sich nach dem «Züriputsch» 1839 im ganzen deutschen Sprachraum. «Plange» meint: sich etwas herbeisehnen. Hätte man die Kinder gefragt, was sie herbeisehnen, hätten sie einstimmig im Chr gebrüllt: «De Chaschperli dänk, du Röiel!».

Und das kurlige Wort im Titel? Schnödögürügönggöng oder so? Nur so! Chaschperli scheut sich nicht, im 45minütigen Stück «Die chinesisch Wunderwurzle» ins Land der Mitte zu reisen, zu eben diesem grossen Zauberer. Weitere Akteure sind: Em Chaschper sini Mueter, Fong-Tong (de Kaiser vo China), s'Prinzässli Schu-Fu und de Herr Oberbonz La-Pi. Wie alles, das in Langnau gespielt wird, stammt das Stück aus der Feder von Jörg Schneider.

Grosses Interesse am Nicht-Ereignis

 

Dass die diesjährige Generalversammlung des Gewerbevereins brutal kurz war, ist Leid, nicht Freud: Wie letztes Jahr, konnte sie nur virtuell stattfinden. Drei Vorstandsmitglieder und der Stimmenzähler trafen sich bei den «Brunnenbauern» Peter und Susi Winter. Wichtigstes Ereignis: Markus Schönmann und Yasmine Crameri ersetzen im Vorstand Eugen Utzinger und Rolf Ebnöther.

 

Corona ist der Grund der Kürze: Auch nach den Lockerungsschritten des Bundesrates tags darauf wäre es nicht möglich gewesen, eine GV richtig, mit echten Menschen, stattfinden zu lassen. Gleichwohl war das Interesse an den Geschäften riesig: 20 Rückmeldungen kamen per E-Mail, 44 per Post. Macht 64. «Läck, das isch ja vil meh als anere normale GV», meinte Präsident Heinz Gresser und freute sich über das Vertrauen, das damit dem Vorstand gegenüber gezeigt wurde. Um die 80 Personen sind es «normal» – rund die Hälfte davon aber jeweils Begleitende oder Gäste.

 

Sorge in der Zeit ...

Eugen Utzinger wechselt vom Vorstand ins Revisoren-Team, Rolf Ebnöther hat den Arbeitsplatz gewechselt und brilliert ausserkantonal. Marco Schönmann ist Inhaber der gleichnamigen Schreinerei auf dem Spinnereiareal, Yasmine Crameri Mitbesitzerin der Werbeagentur «deux-pièce» in Rüschlikon. Zwei Tage nach der unechten GV gab es nach einer Vorstandssitzung für alle vier Dankeshymnen und Geschenke.

Wie sehr Corona seine Spuren im Vereinsleben hinterlassen hat, zeigt sich deutlich an der Jahresrechnung. Prognostiziert war ein kleiner Verlust. Geworden ist es ein erheblicher Gewinn, 2550 Franken. Zudem hat sich der Vorstand gesagt: Sorge in der Zeit, so hast du in der Not. Man bildete eine Rückstellung von 5000 Franken, zu verwenden für Generalversammlungen. Und soooo lange geht es ja nicht mehr, bis man 2028 das 100-Jahr-Jubiläum feiern kann …

Das Budget 2021 präsentiert sich bewusst «virenfrei» – also mit einem kleinen Überschuss, von 600 Franken. Es ist auch Ausdruck der Hoffnung, dass man zur Normalität zurückkehren kann. Die Wackelkandidaten, die dieses Jahr den grössten Einfluss auf die Rechnung hätten, sind das Chaschperlitheater an den drei Dorfmärkten und der Jahresausflug.

 

Letzte Veranstaltung

 

Sonntag, 4. Juli:
Sommerbrunch mit HGV Adliswil


Nächste Veranstaltung:

27. August
Kunsthaus Zürich
(als Jahresausflug)