Neuenburg - fast unbekannter Kanton

Jahresausflug beim Gewerbeverein: Das heisst immer, einen Kanton unter die Lupe zu nehmen. Diesmal war es Neuenburg oder eben Neuchâtel, wie es offiziell heisst, sind doch fast 90 Prozent französischsprachig. Am Morgen stand der gleichnamige Kantonshauptort auf dem Plan, am Nachmittag La Chaux-de-Fonds mit seinem weltberühmten Uhrenmuseum.

 

Studiert man die Liste der Schweizer Kantone, fällt sofort auf: Der Westen wurde spät eingegliedert. Neuenburg, Genf und das Wallis stiessen erst 1815 hinzu, im Rahmen des Wiener Kongresses nach den Napoleon-Wirren. Nur der Kanton Jura ist jüngeren Datums (1978). Neuenburg war lange Zeit international. Von 1707 bis 1806 und wieder von 1814 bis 1857 regierten Preussens Könige das Fürstentum in Personalunion, wenn auch in der Ära der Französischen Revolution teils nur formell.

 

Der Neuenburger Reformator

Die Stadtrundfahrt unternahm man knapp über Bodenhöhe. Der erste Elektrozug der Schweiz nimmt seine Fahrgäste mit auf eine Entdeckungsreise durch die charmante tausendjährige Stadt. Während der Fahrt kann man den Blick durch das Panorama-Glasdach über die historischen Gebäude aus gelbem Kalkstein, das Schloss und gleich daneben die Kollegialkirche gleiten lassen. Vor der Kirche befindet sich die 1875 entstandene Statue von Guillaume Farel, der ab 1538 die Reformation in Neuenburg vorantrieb.

Hoch hinaus gings knapp vor Mittag. Die Bahn auf den Chaumont wurde 1910 erstellt. Bis 2007 war es eine Standseilbahn mit zwei Wagen und einer Ausweichstelle, seither eine Windenbahn. Absolut bemerkenswert ist der Aussichtsturm, 1912 erstellt. Einerseits durch sein Aussehen mit der Zwiebelhaube als Turmabschluss, anderseits durch die Stahlbeton-Bauweise. Die Eröffnung des Hotels (1986), wo wir zu Mittag assen, liess die zuvor dümpelnden Passagierzahlen der Bahn mehr als verdoppeln.

 

Hoch gelegen

In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 1794 brach in La Chaux-de-Fonds ein Brand aus, der das Dorf fast vollumfänglich zerstörte. Das Feuer brach in einem Kaminfeuer aus und breitete sich rasch über die nahe aneinander gebauten Holzhäuser aus. Die Bevölkerungszahl nahm nach dem Brand um 10 Prozent ab. Die Folgen sieht man noch heute: Man baute schachbrettartig angelegte Häuserreihen mit breiten Strassen. Bemerkenswert auch: Die Stadt liegt im Schnitt 1000 Meter über Meer, also rund 200 Meter höher als der Albispass.

Das Uhrenmuseum, das wir am Nachmittag besichtigten, wurde 1902 eröffnet. Der heutige, vollkommen unterirdische Bau, ist knapp 50 Jahre alt. Das Museum besitzt rund 10'000 Exponate, von denen die Hälfte ausgestellt ist.

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