Berichte 2013

Der gute Mann mit den guten Sachen

Ein 6. Dezember ohne Chlaus auf dem Dorfplatz wäre nichts. Auf Schnee kann man verzichten, auf die Schule manchmal ohnehin, aber auf den weisen Mann mit seinem Wallebart, auf den Schmutzli, auf die Eselis – niemals!

 

Kaum hatte die Kirchturmuhr fünf geschlagen, näherte sich das Trio vom Schlossweg her dem Gemeindehaus-Platz. Dutzende Kinder plangten: mein Versli. Mein Liedli. Die Geschenke. Erfahrung macht klug: Niemand musste auf nichts verzichten. Der Reihe kamen die Kinder dran, und wenn plötzlich eine Zeile des Verslis fehlted, half der Samichlaus noch so gerne.

Er hatte auch für jeden ein Säckli mit feinem Inhalt dabei, vorbereitet und gespendet vom Gewerbeverein, der an diesem kühlen Winterabend (fast) alles tat, um die Kinder und ihre Begleiter zu verwöhnen.

Denn auf etwas musste man in diesem Jahr verzichten: Auf die feinen Marroni, Marroni ganz heiss. Dies ist jedoch nicht die Schuld des Gewerbevereins. Ein Schädling treibt sein Unwesen. Dabei trägt er beziehungsweise sie sie so einen wunderschönen Namen: «Edelkastanien-Gallwespe». Mit dem geliebten Wintersnack hat sie aber nichts Gutes vor: 2009 wurden im Tessin erste Bäume befallen, in Norditalien trat sie schon zuvor auf – und genau diese beiden Regionen sind es normalerweise, aus denen die Schweizer Grosshändler importieren. Die Wespe vermindert die Blattdichte und die Fruchtproduktion. Als ob das nicht genug wäre: In diesem Jahr kam zur Blütezeit nasskaltes Wetter hinzu. An vielen Bäumen reiften deshalb deutlich weniger Kastanien als normal, einige hatten einen Ausfall von 80 Prozent. Dies hat zur Folge, dass in diesem Winter einerseits weniger Marroni im Angebot sind und dass die Preise angezogen haben.

Draussen kalt, im Herzen warm

Die Woche durch musste man bangen: Regen am Freitag? Gar Schnee bis in die Niederungen? Petrus liess Gnade walten. Zwar war es kalt, aber trocken – und somit der ideale Rahmen für das elfte Langnauer Adventslicht. Ein Gradmesser für die Besucheranzahl sind die Verkäufe. Und diese brummten!

 

Schade sicher, aber nicht welterschütternd: Leider brannte die auf das letzte Jahr hin neu erworbene Adventsbeleuchtung bereits schon ... am Donnerstag! Ein letzter Test am Tag zuvor? Oder gibt es keinen Extra-Schalter? Schreiben wir es mal so: Es wäre schön, wenn das erste Einschalten mit dem Anlass zusammenfällt, der genau dies feiert.

17 Uhr, der offizielle Start, ein erstes Flanieren, das Festzelt noch leer, letzte Lampen werden montiert, der verflixten Steckerleiste nachgerannt: Der Auftakt erfolgt jeweils «süüferli». Eine halbe Stunde später fängt es anzuziehen: Aus einzelnen Besuchern werden Gruppen. Und ab halb sieben dann zählt man besser nicht mehr mit der Einheit Dutzend, sondern mit Hundert.

Von den Restaurants Hasle und Im Grund abgesehen, konzentriert sich das Geschehen auf die grosszügig bis zur Spinnerei und zum Gartencenter Bacher verlängerte Dorfstrasse. 25 Gewerbetreibende machten in diesem Jahr mit. Vordergründig könnte man meinen, es gehe nur ums Essen und Trinken, variantenreich, lecker. Das täuscht, gewaltig. Wenn die Gewerbler die Stunden rechnen würden, die sie für Aufbau und Betrieb benötigen, wäre es bestenfalls ein Nullsummenspiel. Sie wollen anderes: Ein kleines Dorffest zum vorgezogenen Adventsauftakt. Gelegenheit bieten, damit man miteinander ins Gespräch kommt. Fragen gleich vor Ort klären, wegen derer man sonst nicht gleich ins Geschäft gehen würde. Und eher am Rande Kreativität und Leistungsfähigkeit beweisen, Spiegelbild eines starken Gewerbes im Dorf.

Schön ist er immer, der Anlass, was dieses Jahr besonders auffiel, war die absolute Friedfertigkeit. Auch wenn einmal «Gschtungg» war: kein Ellbögeln, kein Zupfen, nur ein höfliches «Darf ich?». Dazu beigetragen hat sicher auch, dass die neuralgischen Stellen, wo die Besucherinnen und Besucher jeweils weit in die Strasse hinein standen, nach einer Begehung zusammen mit der Feuerwehr entschärft werden konnten. Und dass sich der Besucherstrom zeitlich gleichmässiger verteilte.

Wieviele waren es denn? Keiner führt eine Strichliliste, ein guter Gradmesser sind aber sicherlich die Verkäufe. Bäckerei Widmer: ein Fünftel mehr Schinken im Brotteig als letztes Jahr. Bäckerei Friederich: weit über 1000 Berliner. Restaurant Bahnhof: an die 100 Portionen Mah-Mee. Viele Leute und kalt: Der Glühwein-Verbrauch spricht ebenfalls Bände.

Im Festzelt des Gewerbevereins auf dem Dorfplatz gab es Live-Musik und das gnädige Warmluft-Gebläse. Nur zu gerne steckte man immer wieder mal den Kopf dort hinein. Um halb sieben Uhr dann immer wieder Applaus: Die Gemeinde ehrte ihre erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler.

In den Eingeweiden des Hauptbahnhofs

An die 40 Mitglieder des Gewerbevereins sind Untergrund-Aktivisten. Mit Helm bewaffnet näherten sie sich an einem Dienstagabend dem Objekt ihrer Begierde. Immer wieder Blitze, Staub, aus der Ferne eine warnende Sirene! - Die Nationalbank hat ihr Gold noch, Poller hin und her. Tatort war das Herzstück beim Bau der SBB-Durchmesserlinie, unter dem HB Zürich.

 

Selten im öffentlichen Bau: «Wir sind im Zeitplan und haben bisher keine Kostenüberschreitungen», meinte der Leiter der Baustellen-Führung. Der Zeitplan: Nach sechs Jahren Bauzeit kann ab Mitte des kommenden Jahres der erste Teil der Durchmesserlinie von Wiedikon über den Bahnhof Löwenstrasse (unter dem HB, auch unter der Sihl) bis Oerlikon genutzt werden.

Der zweite und letzte Teil folgt dann gegen Ende 2015, mit dem Bereich Altstetten bis Bahnhof Löwenstrasse. Die Kosten: Knapp über 2 Milliarden Franken sind es, auf der Preisbasis des Jahres 2005. Davon trägt der Bund zwei Drittel, insbesondere weil der Bahnhof Löwenstrasse auch vom Fernverkehr genutzt wird, der Kanton Zürich 677 Millionen Franken, gestützt auf die entsprechende Abstimmung im Jahre 2001.

Herzstück Löwenstrasse

Der Bau ist in vier Abschnitte eingeteilt: Brückenbauwerke Richtung Altstetten, Bahnhof Löwenstrasse, Weinbergtunnel und die Erweiterung des Bahnhofs Oerlikon. In den zwei Stunden, die den Mitgliedern des Gewerbevereins zur Verfügung standen, konnten natürlich nicht die rund fünf Kilometer des Weinbergtunnels begangen werden. Man beschränkte sich auf den Bahnhof Löwenstrasse – aber auch «nur» dort gab es mehr als nur genug zu sehen.

Er ist das Herzstück der Durchmesserlinie. 16 Meter unter den heutigen Gleisen 4 bis 9 des Hauptbahnhofs Zürich wird er gebaut – und zwar bei laufendem Bahnbetrieb. Dies ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Angewendet wird die sogenannte Deckelbauweise: Dabei werden temporär jeweils zwei Gleise in der Perronhalle um 100 Meter verkürzt. Der dadurch gewonnene Platz steht dann für die Bauarbeiten zur Verfügung.

Da die Fernverkehrszüge mit entsprechend vielen Wagen verkehren müssen, sind die Perrons auch im Untergrund nicht weniger als 420 Meter lang. Baubeginn war im September 2007, die ersten Züge sollen hier ab Mitte des kommenden Jahres verkehren. Die Teilnehmer bewunderten vor allem die immense Leistung, einen solch komplexen Bau ohne unnötige Überschneidungen und Doppelspurigkeiten durchzuziehen. Vieles im besuchten Bereich ist schon fertiggestellt, anderes dient noch als Riesenlager – und von Ferne hörte man immer wieder das «Horni» des Zugswarners: Es geht vorwärts.

Das legendäre Gericht

Einst wieherten und schmatzten dort Pferde: Die Stallungen an der Gessnerallee waren Teil der Kaserne Zürich. Sie wurde 1864 bis 1876 erstellt. 1987 war der Umzug des Militärs ins Reppischtal abgeschlossen, womit Platz frei wurde für andere Nutzungen. In den ehemaligen Stallungen entstanden der Theaterspielort Gessnerallee und das Restaurant Reithalle.

Dank des guten Wetters konnte man bedenkenlos im Freien sitzen, idyllisch unter Lichtgirlanden. Auf dem Teller fand sich das wohl legendärste Gericht der Reithalle: der Hackbraten. Schmunzelnd wurde beim Studium der Getränkekarte festgestellt: die Preise haben garantiert nicht alternativen, sondern luxuriösen Charakter, zumal das Flüssige einzelsprungweise an der langen Bar geholt werden musste.

 24. Juni 2013

Furka, Grimsel, Brünig - und viel Käse

Wenn wir alle stark wären. Wenn wir alle fit wären. Wenn wir alle angefressen wären: Dann, ja dann, hätten wir am 24. Juni, einem Montag, den Kern unseres Jahresausflugs mit dem Velo bestritten – Drei-Pässe-Fahrt, über Furka, Grimsel und Brünig. Es wurde zwar der Car – aber selbstverständlich nur, weil es auf der Fahrt ins und im Obergoms soviel zu entdecken galt.

 

Ist das Reiseziel weit weg, wird der Jahresausflug zum Ganztages-Ereignis. Pünktlich um 8 Uhr konnte es losgehen. Erste Station: der Hauptsitz der FurkaOberalp-Bahn in Realp. Die heutige Furka-Bergstrecke war bis 1981 Teil der FurkaOberalp-Bahn, die von Brig nach Disentis führte. 1925 konnte der Betrieb aufgenommen werden – in den Sommermonaten, weil die Lawinensituation Fahrten im Winter verunmöglichte. Die Einstellung erfolgte auf die Wintersaison 1981/82, weil 1982 der Furka-Basistunnel eröffnet wurde. Bereits im Jahr darauf wurde aber (glücklicherweise!) der Verein Furka Bergstrecke gegründet, und von 1992 bis 2010 wurde Abschnitt um Abschnitt wieder befahrbar gemacht. Heute befördert man im Jahr rund 31000 Passagiere, grosser Stolz sind die fünf Dampflokomotiven, von denen zwei aus Vietnam heimgeholt wurden.

Zu Besuch bei Mathias

Der Furkapass im Juni: Je näher wir dem Scheitelpunkt auf 2436 Metern kamen, desto gewaltiger wurden die Schneemauern links und rechts der Strasse. Ganz zuoberst waren es über zwei Meter, leider bei sehr schlechten Sichtverhältnissen. Fast wie bei einer Spielzeugeisenbahn lugten immer wieder die Schienen der Bahnstrecke zwischen den Büschen hervor. Das Wallis machte dann seinem Ruf halbwegs Ehre: zwar nicht voller Sonnenschein, aber es gewann den Kampf gegen den Regen.

Vor dem Hotel Hubertus in Obergesteln erwartete uns Mathias Fleischmann, der Direktor der Obergoms Tourismus AG. In Langnau ist er bestbekannt: «Seine» Region war zu Gast an der Gala im letzten Jahr. Die Begrüssung fiel entsprechend herzlich aus. Glücklicherweise haben sich einige Galloway-Rinder ins Obergoms geflüchtet. Die Hippie-Rasse aus Südwest-Schottland liefert äusserst schmackhaftes Fleisch (wenig ungesättigte Fettsäuren) und profitiert vom strikten Verzicht auf Futterzusätze wie tierische Eiweisse, Antibiotika und Wachstumshormone. Wir genossen ein Dreierlei: Roastbeef, Carpaccio und Tatar.

Wenns stinken muss ...

Unter der Führung von Mathias ging es dann weiter ins Tal hinunter, zuerst zur Bio-Bergkäserei in Gluringen. Verarbeitet wird die Milch von 230 Kühen, die zehn Bauern gehören, insgesamt rund eine Million Liter. Seit 2007 ist der Halbhartkäse der «Bio Bergkäserei Goms» in vielen Coop-Filialen der Schweiz erhältlich. Voller Geschichte ist die heutige Pfarrkirche (Marienkirche) in Münster, die urkundlich einwandfrei ab 1309 bezeugt ist. Von einer Kirche im Dorf ist schon 1235 die Schreibe, mit der kann aber auch die fast gleich alte Peterskirche gemeint sein. Auf dem Dorfplatz konnten die Teilnehmer zum Abschluss des Rundgangs verschiedene lokale Spezialitäten wie das Trochufleisch degustieren.

Wieder hinauf in den Schnee, hoch oben wiederum nebelumwabert. Mit 2165 Metern steht der Grimsel der Furka nur wenig nach. Auf der Abfahrt ins Berner Oberland erhaschten wir dann einen Blick auf die Gelmerbahn. Eine Steigung von maximal 106 Prozent macht sie zur steilsten Standseilbahn Europas. Die einstige Werkbahn für den tonnenschweren Transport von Baumaterial ist heute für abenteuerlustige Wanderer offen und bringt sie im Nu vom Tal auf 1860 Meter über Meer. Oben lockt der türkisfarbene Gelmersee für eine Umrundung. Und die Gastfreundschaft der Gelmerhütte.

Der Abschluss war dann die gelungenste Überraschung. Das Nachtessen in Lungern nahmen wir bei der Familie Ming im Stall ein; die 18 Kühe und 18 Rinder sind zurzeit in der Sömmerung. Im Hofladen bieten sie zahlreiche lokale Spezialitäten an, der Alpkäse beispielsweise ist aus eigener Produktion. Grosses Staunen beim Preis: Ein Kilo kostet lediglich 19 Franken – kein Wunder ist die Jahresproduktion von 2500 Kilogramm oft bald ausverkauft.

3. Mai 2013

Blochen in Assen und anderswo

 

Was für ein Gewerbeapéro: Da fährt ein Töff mit über 200 Stundenkilometern – ohne einen Millimeter vom Fleck zu kommen. Da donnert einer mit deutlich über 200 Stundenkilometern über englische Landstrassen – und hat Riesenfreude daran. Des Rätsels Lösung?

 

Peter Sommer und seine Frau Susanne hatten in ihr 2-Rad-Spport-Center eingeladen. Es ist «zwar» in Au, aber die beiden wohnten in Gattikon, nahmen schon an der Gala teil, hatten eigene Ausstellungen in der Schwerzi und haben noch immer viele Kunden aus Langnau. So eine Firma gehört einfach in den Gewerbeverein Langnau.

Peter Sommer war als Profi elf Jahre lang einer der erfolgreichen Schweizer Töffrennfahrer, Schweizer Meister, an der Europameisterschaft dabei, und im Grand-Prix-Zirkus bis nach Argentinien und Amerika unterwegs. Nach einem Unfall und einem «Probejahr», in dem sich die hervorragenden Resultate nicht wieder einstellen wollten, beendete er seine Karriere und eröffnete 1987, zusammen mit seiner Frau, das Geschäft in der Au.

Aus dem 2-Personen-Betrieb ist innert einer Generation einer der Grossen der Branche geworden. Der Umsatz beträgt rund 3,5 Millionen Franken im Jahr, man verkauft rund 160 neue Töffs und rund 70 Occasionen im Jahr, und die Werkstatt durchlaufen innert zwölf Monaten rund 500 Fahrzeuge. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf sieben angewachsen.

Der Töff, der sich nicht vorwärtsbewegt, jener, der sich sehr schnell bewegt. Was hat es damit auf sich? Im Betrieb steht ein Prüfstand, einer von nur dreien seiner Art in der ganzen Schweiz. Hier bringen nicht nur Privatkunden, sondern auch Rennfahrer ihre Maschinen vorbei, um die besten Einstellungen finden zu lassen, für noch mehr Drehmoment, noch mehr PS. Der Töff steht auf Rollen, der Auspuff mündet in einen riesigen Schlauch, der die Abgase wegsaugt.

Die englische Landstrasse: Im letzten Jahr nahm Peter Sommer an der TT Trophy auf der Isle of Man teil. Ein Kurs rund um die Insel, 60 Kilometer lang. Es sind Strassen, die sonst dem Privatverkehr dienen. Also nichts mit Sturzräumen, mit VIP-Tribünen, sondern ein möglichst schnelles Fahren auf zum Teil gemein grossen und gemein vielen Bodenwellen. Von Meereshöhe hinauf auf 800 Meter wieder zurück. Und das im Rennen vier Runden lang. Macht 240 Kilometer. Die schnellsten brauchen für eine Runde 18 Minuten. Rechne! Es war ein eindrücklicher Film, den die rund zwei Dutzend Anwesenden zu sehen bekamen. Wegen einer Verletzung konnte Peter Sommer zwar das Hauptrennen nicht bestreiten. Aber für ihn ist klar: «Nächstes Jahr bin ich aber wieder dabei!»

9. März 2013

Erfolgreiches Jahr, erfolgreiche Gala

Über 80 Teilnehmer, davon 46 Stimmberechtigte: Das war die erfolgreiche 85. Generalversammlung des Gewerbevereins im Gartencenter Bacher. Höhepunkt des letztjährigen Vereinsjahres war die Gewerbeausstellung in der Schwerzi.

 

Sie hätte keine Woche früher stattfinden dürfen: regnerisch und kalt war es. Aber auch keine Woche später: Der erste Schnee des Winters war gefallen, gute zehn Zentimeter. Nichts wäre gewesen mit unbeschwertem Flanieren. Aber so: Die fünfte Gala, wie immer mit 5-Jahres-Abstand zur Vorgängerin, profitierte enorm von drei wunderschön sonnigen, warmen Tagen. Tausende Besucher kamen vor und in die Schwerzi, um sich über die neusten Trends bei den Langnauer Gewerbetreibenden zu informieren.

Aber auch um zu verweilen: Die Vielfalt des Rahmenprogramms sprengt eine vollständige Aufzählung. Es hatte Musik, Restaurants, die Gastregion Obergoms, eine Tombola, Globi, einen Kinderclown, die Langnauer Bauern mit ihrer Kleintierausstellung, zwei Foren zu Energiethemen ... Wen wundert es da, dass viele Besucherinnen zwei- oder gar dreimal kamen?

Bange Frage im Vorfeld einer Gewerbeausstellung, an denen traditionellerweise kein Eintritt verlangt wird: Geht die Rechung auf? Sind wir attraktiv genug? Schon zum Ende der fünften Gala war die Frage beantwortet: Das OK hatte sehr kostenbewusst gearbeitet, viel Eigenleistung eingebracht – und dann der Zuschaueraufmarsch! So konnte am Ende ein Gewinn von knapp 13000 Franken an die Vereinskasse abgeführt werden, die dadurch zu einem Ertragsberschuss von rund 11000 Franken kam.

An der Generalversammlung entspann sich eine längere Diskussion um die Verwendung dieses Überschusses: zweckbedingte Rückstellung oder Verbuchung über die Gesamtkasse? Es ist ja sicher das Ziel einer Gewerbeausstellung, einen Verlust zu vermeiden. Der Verein müsste sonst dafür geradestehen. Man will aber auch nicht partout einen Gewinn erzielen, vorher sollen die Aussteller und die Besucherinnen und Besucher von günstigen Preisen profitieren. Alle Faktoren vorher präzise abzuschätzen, ist aber nicht möglich. Am Schluss entschied man sich für eine salomonische Lösung: Der Überschuss geht in die Vereinsrechnung, und das OK der Gala 2017 kann auf Wunsch eine Startbeitrag beanspruchen.

Das ganze Gala-OK unter der Führung von Markus Raschle bekam für seine Arbeit grossen Applaus – und je eine der letzten noch verfügbaren Gala-Taschen, selbstverständlich gut gefüllt. Auch Gemeindepräsident Peter Herzog bedankte sich bei allen für diese Gala: «Ihr habt den Namen Langau positiv in die ganze Region hinausgetragen.»

Über 100 aktive Mitglieder

Begonnen hatte man den Abend mit einem Apéro, gestiftet von Peter und Susi Winter (Grabmale und Brunnenbau), ihr Betrieb wird heuer 25 Jahre alt. Eingenommen wurde er im Obergeschoss, rund ums Bacher-Café. Für die Generalversammlung und das Essen war im Parterre grosszügig geräumt worden.

Neu zählt der Verein 136 Mitglieder, 123 davon sind Aktive. Der Vorstand unter der Führung von Heinz Gresser wurde, wie üblich für zwei Jahre, einstimmig wiedergewählt. Inmitten Tausender Pflanzen wurde man kulinarisch mit Antipasti und Salat als Vorspeise, Kalbsbraten und Risotto als Hauptgang sowie Käse und Crèmeschnitten zum Abschluss verwöhnt. Weil Präsident Heinz Gresser bei den Vorstandsitzungen immer grosszügig Grappa zum Kaffee offeriert, erhielt er zwei Flaschen geschenkt. Typisch Heinz: Er machte den Mundschenk gleich selbst – und schloss dann den Abend mit zwei leeren Flaschen ab, völlig frohgemut.

 

 

Mittwoch, 23. Januar 2013: Starthöck

Der Ferne Osten liegt auf dem Albis

Starthöck – für den Gewerbeverein ist dies der gern gesehene, traditionelle Auftakt ins neue Jahr. Diesmal, am 23. Januar, ging es in die Höhe: Fondue Chinoise im Restaurant Albis. Ein Drittel der Teilnehmer legte den Weg vom Unteralbis her zu Fuss zurück.

 

Wieso eigentlich hoch auf den Langnauer Hausberg? Man hätte es sich auch unterwegs gemütlich machen können: Der zunehmende Mond tauchte, bei endlich wieder einmal klarem Himmel, die Landschaft in bläulich, friedvolles Licht. Fackeln waren zwar mitgenommen worden, sie konnten aber im Rucksack bleibem. Selbst im Wald sah man mehr als nur die Hand vor den Augen.

Einige der Nachtwanderer hatten wohl enormen Hunger. Bereits nach 25 Minuten konnten sie sich, schweissgebadet, am Glühwein laben. Ein Dutzend war den Weg zu Fuss gegangen, zwei Dutzend trafen direkt im Restaurant Albis ein. Den Glühwein gabs zum Auftakt, danach Salat, Fondue Chinoise, Dessert und Kaffee mit Beilage.

Wer hats erfunden? Die Schweizer natürlich! Fondue als Begriff taucht erstmals 1699 in einem in Zürich erschienenem Kochbuch als «Käss mit Wein zu kochen» auf. Der Begriff ist eine Übersetzung des französischen «fondre» (schmelzen). Im letzten Jahrhundert wurde er dann zum Gattungsbegriff, obwohl beim Chinoise (mit Bouillon) und beim Bourguignonne (mit Öl) natürlich nichts geschmolzen wird. Der Ursprung des Chinoise ist natürlich viel älter, er liegt im Fernen Osten. Mongolen, Chinesen und Japaner streiten sich darum: Wer hats erfunden? Sprachlich hat sich das Riesenreich China durchgesetzt – obwohl die japanische Bezeichnung Shabu-Shabu eigentlich doch viel schöner klingt ...

Nach Weihnachtsstress und Jahresabschluss ist der Starthöck jeweils ein willkommener, ruhiger Auftakt ins Neue Jahr. Zusammen zu sein, miteinander reden, Neuigkeiten austauschen – nichts weniger und nichts mehr steht im Vordergrund. Obwohl der Anlass Tradition hat, gelingt dem Vorstand immer wieder ein überraschungsreiches Programm. So gesehen: Zum Glück gibt es immer wieder ein neues Jahr – und damit auch einen Starthöck!

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