24. Juni 2013

Furka, Grimsel, Brünig - und viel Käse

Wenn wir alle stark wären. Wenn wir alle fit wären. Wenn wir alle angefressen wären: Dann, ja dann, hätten wir am 24. Juni, einem Montag, den Kern unseres Jahresausflugs mit dem Velo bestritten – Drei-Pässe-Fahrt, über Furka, Grimsel und Brünig. Es wurde zwar der Car – aber selbstverständlich nur, weil es auf der Fahrt ins und im Obergoms soviel zu entdecken galt.

 

Ist das Reiseziel weit weg, wird der Jahresausflug zum Ganztages-Ereignis. Pünktlich um 8 Uhr konnte es losgehen. Erste Station: der Hauptsitz der FurkaOberalp-Bahn in Realp. Die heutige Furka-Bergstrecke war bis 1981 Teil der FurkaOberalp-Bahn, die von Brig nach Disentis führte. 1925 konnte der Betrieb aufgenommen werden – in den Sommermonaten, weil die Lawinensituation Fahrten im Winter verunmöglichte. Die Einstellung erfolgte auf die Wintersaison 1981/82, weil 1982 der Furka-Basistunnel eröffnet wurde. Bereits im Jahr darauf wurde aber (glücklicherweise!) der Verein Furka Bergstrecke gegründet, und von 1992 bis 2010 wurde Abschnitt um Abschnitt wieder befahrbar gemacht. Heute befördert man im Jahr rund 31000 Passagiere, grosser Stolz sind die fünf Dampflokomotiven, von denen zwei aus Vietnam heimgeholt wurden.

Zu Besuch bei Mathias

Der Furkapass im Juni: Je näher wir dem Scheitelpunkt auf 2436 Metern kamen, desto gewaltiger wurden die Schneemauern links und rechts der Strasse. Ganz zuoberst waren es über zwei Meter, leider bei sehr schlechten Sichtverhältnissen. Fast wie bei einer Spielzeugeisenbahn lugten immer wieder die Schienen der Bahnstrecke zwischen den Büschen hervor. Das Wallis machte dann seinem Ruf halbwegs Ehre: zwar nicht voller Sonnenschein, aber es gewann den Kampf gegen den Regen.

Vor dem Hotel Hubertus in Obergesteln erwartete uns Mathias Fleischmann, der Direktor der Obergoms Tourismus AG. In Langnau ist er bestbekannt: «Seine» Region war zu Gast an der Gala im letzten Jahr. Die Begrüssung fiel entsprechend herzlich aus. Glücklicherweise haben sich einige Galloway-Rinder ins Obergoms geflüchtet. Die Hippie-Rasse aus Südwest-Schottland liefert äusserst schmackhaftes Fleisch (wenig ungesättigte Fettsäuren) und profitiert vom strikten Verzicht auf Futterzusätze wie tierische Eiweisse, Antibiotika und Wachstumshormone. Wir genossen ein Dreierlei: Roastbeef, Carpaccio und Tatar.

Wenns stinken muss ...

Unter der Führung von Mathias ging es dann weiter ins Tal hinunter, zuerst zur Bio-Bergkäserei in Gluringen. Verarbeitet wird die Milch von 230 Kühen, die zehn Bauern gehören, insgesamt rund eine Million Liter. Seit 2007 ist der Halbhartkäse der «Bio Bergkäserei Goms» in vielen Coop-Filialen der Schweiz erhältlich. Voller Geschichte ist die heutige Pfarrkirche (Marienkirche) in Münster, die urkundlich einwandfrei ab 1309 bezeugt ist. Von einer Kirche im Dorf ist schon 1235 die Schreibe, mit der kann aber auch die fast gleich alte Peterskirche gemeint sein. Auf dem Dorfplatz konnten die Teilnehmer zum Abschluss des Rundgangs verschiedene lokale Spezialitäten wie das Trochufleisch degustieren.

Wieder hinauf in den Schnee, hoch oben wiederum nebelumwabert. Mit 2165 Metern steht der Grimsel der Furka nur wenig nach. Auf der Abfahrt ins Berner Oberland erhaschten wir dann einen Blick auf die Gelmerbahn. Eine Steigung von maximal 106 Prozent macht sie zur steilsten Standseilbahn Europas. Die einstige Werkbahn für den tonnenschweren Transport von Baumaterial ist heute für abenteuerlustige Wanderer offen und bringt sie im Nu vom Tal auf 1860 Meter über Meer. Oben lockt der türkisfarbene Gelmersee für eine Umrundung. Und die Gastfreundschaft der Gelmerhütte.

Der Abschluss war dann die gelungenste Überraschung. Das Nachtessen in Lungern nahmen wir bei der Familie Ming im Stall ein; die 18 Kühe und 18 Rinder sind zurzeit in der Sömmerung. Im Hofladen bieten sie zahlreiche lokale Spezialitäten an, der Alpkäse beispielsweise ist aus eigener Produktion. Grosses Staunen beim Preis: Ein Kilo kostet lediglich 19 Franken – kein Wunder ist die Jahresproduktion von 2500 Kilogramm oft bald ausverkauft.

Letzte Veranstaltung:

Langnau a.A. zu Besuch bei Langnau i.E.

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