Berichte 2014

Der Auftakt zum Geschenke-Dezember

Sechster Dezember. Gegen 17 Uhr. Der Platz vor dem Gemeindehaus beginnt sich mit auffällig vielen Kindern in Begleitung zu füllen. Da tönt von weither ein Glöcklein. Man hört das gleichmässige «träbele» von Hufen. Aus dem Dunkel der Nacht tauchen zwei bärtige Gestalten, der eine in Rot-Weiss, der andere in Schwarz, auf: «De Samichlaus isch da!»

 

Für die Kinder sicher der Höhepunkt im Jahresprogramm des Gewerbevereins: Mit vielen Briefen – im tiefen Wald gibt es eben immer noch keinen Internet-Anschluss – bitten sie den Chlaus, mit seinem Begleiter, dem Schmutzli, doch nach Langnau zu kommen. Zum Glück: Er hat die Bitte noch jedesmal erhört. Denn er weiss: Er kann auf die Unterstützung der Gewerbler zählen. Über 150 Säcklein packen sie jedes Jahr für ihn ein. Das Erlebnis ist ja schon schön, auch dass man ein Sprüchli aufsagen darf. Mit einem prall gefüllten Säckli nach Hause zu gehen, ist aber auch ganz gut.

Jahrhunderte war klar: Der Chlaus ist der Geschenkebringer des Jahres. Weihnachten als grosse Bescherung – das ist ein Kind der Reformation. Da der Chlaus aber ein gestandener Mann ist, macht ihn das Wirken des Weihnachtsengels heute nicht eifersüchtig, sondern eher stolz. Und er weiss: Im Dezember komme ich ja zuerst mit meinen Geschenken.

Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Musikverein.

Flanieren an einem (fast) milden Adventstag

Alles hatte man schon am Adventslicht: klirrende Kälte, anhaltender Schnee, manteldurchweichenden Regen. Nichts davon am 21. November: ein schon fast milder Abend, den Hunderte nutzten, um entlang der Dorfstrasse zu flanieren.

 

Ein ungewohntes Bild: auf den Trottoirs kein Gedränge. Dafür gleich in einer Zehnerreihe mitten die Neue Dorfstrasse hinab. Sie war ab 17 Uhr für den Individualverkehr gesperrt, bei der elften Auflage des Adventslichts erstmals, zwischen Breitwiesstrasse und Rütibohlstrasse. Die Feuerwehr besorgte den Verkehrsdienst, und bald war klar: Alles im grünen Bereich. Ob die Geschäfte von der vom Gemeinderat angeordneten Sperrung profitiert haben oder ob sie gerade bei den Autofahrern zu einer negativen Einstellung gegenüber dem Anlass geführt hat, liess sich nicht feststellen.

Plaudern, aber auch Verkaufsgespräche

Es fällt immer wieder auf, mit welcher Sorgfalt, welcher Liebe die Geschäfte und die Stände herausgeputzt sind. Durch das Fenster schauen: Und schon sieht man die Geschäftsinhaber, ihre Kunden, die fantasievollen Dekorationen. Man erahnt die Gespräche, sieht, wie angestossen und gelacht wird, aber auch, wie Produkte präsentiert und erklärt werden. Man braucht kein Hellseher zu sein: Am Adventslicht hat so mancher Verkauf schon seinen Anfang genommen.

Zwei Dutzend Geschäfte umfassend zu würdigen, ist nicht möglich. Momentaufnahmen daher: In den beiden Gartenfachgeschäften die wundervollen Adventsausstellungen. Bei Bacher der Drehorgelmann. Bei Raschle Hunderte Portionen Raclette. Bei der Kantonalbank staut sich die Schlange der Wartenden bis zur Strasse hinab. Karl Abegg macht seinem Namen als Delikatessen-Geschäft Ehre. «Ich mögt grad no e zweti Portion», meint ein Mann schmunzelnd vor seinem leeren Teller, einst Heimat eines gefüllten Kalbsbratens.

Hoffentlich nicht nur Strohrum

Auf dem Dorfplatz üben sich die Kinder am Stand der Kidsparty GmbH im Armbrustschiessen mit Gummipfeilen. Bei der Stiftung Wildnipark/Restaurant Langenberg steht ein ausgewachsener Smoker im Einsatz. Der Jagertee beim Restaurant Albis könnte es in sich haben: Die Original-Strohrumflaschen stehen reihenweise bereit. Und die Berliner: Fast könnte man meinen, es gäbe sie das ganze Jahr durch nirgends in Langnau zu kaufen. Sicher drei Dutzend Leute stehen bei der Bäckerei Friederich an. Rund alle fünf Minuten verlassen rund 20 Berliner ihr Frittierbad, werden gefüllt und gepudert – und schon reisst man sie den Verkäuferinnen aus den Hànden. 1400 Stück werden es bis am Schluss sein, «mehr geht wirklich nicht», meint Yvonne Friederich.

Vor der Bäckerei Widmer empfängt ein Lichterbaum, drinnen geht eine Portion Schinken im Brotteig nach der andern über den Tresen. Kaum hat sich die Nase beruhigt, lockt vor dem Restaurant Bahnhof schon das Mah-Mee. Die Bar der Schreinerei Schönmann vor dem Haupteingang des Spinnerei-Gebäudes ist mittlerweile legendär. Drinnen glaubt man sich für Momente im Orient. Dutzende Gewürze und Gewürzmischungen schmeicheln die Nase.

Und der Gewerbeverein, der Organisator des Anlasses? Für einmal dauerte es, bis sich sein grosses Zelt auf dem Dorfplatz füllte. Man hielt sich lange auf dem Dorfplatz auf an diesem fast milden Novemberabend.

Dani trifft den guten Ton perfekt

Vielleicht hat er es ja nicht mal gemerkt: Dieses Jahr feiert Dani Wolfensberger mit seinem Pianohaus 15 Jahre Selbständigkeit. Wir vom Gewerbeverein natürlich schon: Nicht weniger als 45 Personen kamen zum Informationsapéro in die Firmenräumlichkeiten in der Mühle Gattikon.

 

Was, wenn Beethovens wunderbare Mondscheinsonate plötzlich klingt, als seien Katzen auf LSD? Was, wenn der geliebte Enkel seinen Haferbrei an der glanzpolierten Oberfläche eines Boesendorfers einreibt? Oder die Enkelin trickreich aus dem Familienerbstück eine Saite klaut, um ihrem Mittelalter-Pfeilbogen die perfekte Spannkraft zu bringen? Ein Fall für den Doktor, den Piano-Doktor, für Dani Wolfensberger.

Als Mensch und Schulpfleger: Er wird im Dorf hoch geschätzt. Mit Q-Tip spielt er in einer Band, die sich auf die Interpretation von Klassikern konzentriert hat. Atemberaubende Soli in einem Festzelt oder am Spanferkel-Fest im «Bahnhöfli». Wie's nun aber tagsüber zugeht, wollten soviele wissen wie kaum einmal, als an einem Gewerbeapéro nur ein Betrieb präsentiert worden ist. Für die Medaillenplätze dürfte es locker gereicht haben.

Schon als Sechsjähriger faszinierten Dani Wolfensberger Klavier und Flügel – was offenbar in der Familie liegen muss. Sein Vater, am Saxophon, wirkte jüngst mit Inbrunst an einem Konzert seines Sohnes mit. In der Sekundarschule absolvierte er eine Schnupperwoche – und man war gegenseitig so angetan, dass es gleich einen Lehrvertrag gab. Ort: das Pianohaus Schoeckle in Thalwil. Begeistert erzählt er vom Fachwissen und der Umsicht von Richard und Robert Schoeckle. Der Betrieb steht heute übrigens unter der Führung eines gebürtigen Langnauers, von Alexander Grassler-Schoekle.

Kein Tag wie der andere

Auf den ersten Blick missverständlich ist die Bezeichnung eines seiner Geschäftsfelder: Stimmungen. Stimmschwankungen? Eine Super-Stimmung am Familienfest? Nein, natürlich nicht. Wolfensberger: «Viele bezeichnen das Stimmen und Intonieren eines Instrumentes als Königsdisziplin unseres Berufes.» Der ideale zeitliche Abstand für Stimmungen falls nichts Ausserordentliches vorfälltist der Jahresrhythmus. In der Heizperiode im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, im Sommer jedoch steigt sie. Da das feinjährige Fichtenholz des Resonanzbodens reagiert, verändert sich dadurch die Saitenspannung, was sich auf die Stimmung (den guten Ton) auswirkt. Durch den jährlichen Stimmservice können diese Veränderungen gut abgefangen werden. Der grösste Teil seiner Aussendienstarbeit besteht aus dem Stimmen von Klavieren, Flügeln, Cembali und Spinetten.

Dazu kommen die Revisionen und Reparaturen an solchen Instrumenten. Kleineres wird vor Ort erledigt, die grösseren müssen in die Werkstatt. Es braucht viel, bis Dani Wolfensberger meint, bei einem Instrument sei nun wirklich Hopfen und Malz verloren. Von älteren «Patienten», jahrelang auf dem Dachboden vergessen gegangenen, fühlt er sich schon fast angezogen.

Ein Konzertflügel kann bis drei Meter lang sein und bis 700 Kilogramm wiegen. Was, wenn er von einem Spielort zum nächsten muss, wenn der Hausstand gezügelt wird? Nicht verzagen, Dani fragen.

Dank dem Fahrlehrer sicher unterwegs

Gestandene Männer, kleine Buben? Am 45. Gewerbeapéro hatte Fahrlehrer Christian Leutwyler in einem Anhänger einen Parcours für ferngesteuerte Mini-Autos eingerichtet. Mit viel Spass und viel Körpereinsatz liess mancher der rund 30 Teilnehmer seinen «Boliden» zwischen den Felsen und Stangen hindurchflitzen.

Nicht selbstverständlich für eine Ortschaft unserer Grösse: Wir sind Fahrschule! 1999 richtete Daniel Wenger sein Lokal am Schlossweg 2, gleich gegenüber dem Gemeindehaus, ein; vor einigen Zwischenstationen war dort jahrelang ein Coiffeur-Salon. Christian Leutwyler ist heute Inhaber, nachdem er bei Wenger «in die Lehre» ging. Er schmunzelt: «Grosse Teile des Salons sind im Lokal, versteckt hinter Blenden, noch vorhanden, ebenso in einem Hinterraum die ganze Einrichtung.»

Heute wird darin gebüffelt und geschwitzt. Denn so einfach kommt man heute nicht mehr zu einem Führerschein. Genau genommen sind es sieben einzelne Schritte. Zuerst muss ein Nothelferkus absolviert werden. Will man den Lernfahrausweis, benötigt das Amt zusammen mit dem Gesuch einen Seh- und Hörtest. Hat man die Theorieprüfung bestanden, bekommt man das «Lernbillet». Erst dann geht's los mit den Fahrstunden. Hat man deren genügend und den Verkehrskundeunterricht besucht, wartet die Fahrprüfung. Erfolgreich absolviert, folgt die dreijährige Probezeit. Während dieser muss man zwei eintägige Weiterbildungskurse belegen. Und aufgepasst: Während dieser Probezeit gilt eine Null-Promille-Regel.

Theorie weniger gefragt

Im Vergleich zu früher werden viel weniger Theoriestunden gebucht. Christian Leutwyler: «Heute geschieht das fast vollständig über das Internet oder mit elektronischen Hilfsmitteln.» Wichtiger für ihn, auch aus praktischen Gründen, ist der Verkehrskundeunterricht. In vier zweistündigen Lektionen werden die Fahrschüler und -schülerinnen möglichst real mit vielen Situationen vertraut gemacht, die auf der Strasse passieren können.

Vom Gesetz her ist keine Minimalanzahl Fahrstunden gegeben. Man könnte theoretisch auch ohne eine einzige an die praktische Prüfung. Ein Weg, den Leutwyler nicht empfiehlt: «Es muss einer schon sehr gut sein oder dann privat enorm viel unterwegs, dass er es gleich im ersten Anlauf schafft.» Dies ist keinesfalls die Regel: Im Moment liegt die Durchfallquote im Kanton bei fast der Hälfte, früher war es rund ein Drittel. Das gilt aber nicht für die Langnauer Fahrschule. In der langjährigen Statstik von Daniel Wenger lag die Erfolgsquote bei 75 Prozent.

Mit 90 Franken ist eine Lektion im vernünftigen Rahmen. Aber aus finanziellen Überlegungen gibt es nicht wenige, die es ein erstes Mal versuchen, bevor sie wirklich prüfungsreif sind. Im Normalfall reichen 15 bis 20 Stunden, es gibt aber auch Ausreisser, 10 Stunden hier, gegen 100 dort.

Schnelle Motoren, überragendes Design

Es hat ja doch auch ältere Semester im Gewerbeverein. Die kennen das Autoquartett sicherlich noch. Die Karte, die man immer wollte: der Monteverdi, weils ein Schweizer Hersteller war. Auf seinem Jahresausflug machte der Gewerbeverein im Monteverdi-Museum in Binningen erste Station. Ebenso eindrücklich war danach der Besuch bei Vitra in Weill am Rhein.

 

Jetzt hat er endgültig den Dreh raus: Gegen Ende der Achtziger Jahre konstruierte Peter Monteverdi mit seinem Team einen Formel-1-Boliden von Grund auf. In der Saison 1990 startete man unter dem Namen Onyx-Monteverdi bei zehn Rennen. Ab dem dritten Rennen 1990 sass mit Gregor Foitek ein Schweizer in einem der beiden Cockpits. Als beste Resultate wurden ein 12. Platz in Imola und ein 15. Platz in Mexiko verzeichnet. In Monte Carlo lag Foitek noch kurz vor Schluss auf dem sechsten Platz, wurde dann aber von einem anderen Fahrer abgeschossen. Ende Saison musste man aus finanziellen Gründen den Stecker ziehen.

Die Formel 1: sicherlich das spektakulärste Engagement. Von den rund 3000 hergestellten Monteverdis war aber der weitaus grösste Teil für die Strasse bestimmt., hergestellt von 50 Mitarbeitern in Binningen und deren 30 in Italien – man war eng mit Ferrari verbandelt. Das Grundrezept war einfach: luxuriöse Fahrzeuge mit überdurchschnittlich Fahrleistungen. Oft gelangte dabei ein Achtzylindermotor von Chrysler mit sieben Litern Hubraum zum Einsatz.

Auch als Designer hatte Monteverdi grossen Erfolg. In den Achtziger Jahren dümpelte der Range Rover so vor sich hin; das änderte sich schlagartig, als er ihm ein Facelifting verschrieb. Und beinahe wäre auch das Schweizer Militär zu einem Monteverdi gekommen: Man gewann die Ausschreibung, verkaufte das Projekt zur Ausführung aber an Saurer. Die Firma ging Konkurs; von der kreditgebenden Bank erwarb es Mercedes – das selber Armeefahrzeuge herstellte. So fahren wir in der Schweizer Armee heute halt Mercedes und nicht Monteverdi.

Im Museum, das heute nur noch Gruppen offen steht, sind sämtliche Typen vertreten – und Europas grösste Modellauto-Ausstellung.

Vitra: Design und Funktionalität

In einer kurzen Fahrt ging's über die Grenze, nach Weill am Rhein. Dort hat seit 1950 die Firma Vitra ihren Produktionsstandort, der Sitz ist im baslerischen Birsfelden. Vitra setzt die Kraft guten Designs ein, um die Qualität von Wohnräumen, Büros und öffentlichen Einrichtungen nachhaltig zu fördern. Die Produkte und Konzepte von Vitra werden am Schweizer Hauptsitz in einem intensiven Designprozess entwickelt. Dabei entstehen funktionale und inspirierende Einrichtungskonzepte, Möbel und Accessoires.

Viele der Firmengebäude sind von international nahmhaften Architekten entworfen. Das ehemalige Feuerwehrgebäude stammt von Zaha Hadid, das Designmuseum von Herzog & De Meuron, eine der vielen Lagerhallen von Frank Gehry.

Auf der wohl kurvenreichsten Strasse der Welt ging die Fahrt dann am Schluchsee vorbei nach Grafenhausen. In der Tannenmühle konnte man sich auf hohem kulinarischen Niveau verwöhnen lassen, ohne die Reisekosten gleich explodieren zu lassen.

Rekordaufmarsch beim Trio-Gewerbeapéro

Eigentlich, meint Präsident Heinz Gresser, könne er sich nur an einen Gewerbeapéro erinnern, der ähnlich gut besucht war: jenen vor rund zehn Jahren bei Bacher. Die Firmen des 44. Apéros dürfen sich mit gegen 60 Teilnehmenden deshalb fürwahr als Rekordhalter fühlen. Es waren drei: die Garage Suter&Weinem, das Carosserie-Spritzwerk von Mike Feusi und «A-Z Modellbahnen» von Beat Nussberger.

Zu allen drei Betrieben kommt man, wenn man gleich nach dem Tenniscenter-Bahnübergang rechts abbiegt. Schon die Begrüssung war überaus herzlich, mit einem gediegenen Apéro. Und nach den Betriebsbesichtigungen wurde man mit feinen Würsten vom Grill und Bier und Wein verwöhnt. Herzlichen Dank!

Die Auto-Doktoren

Im März 2011 konnte an der Generalversammlung ein weiterer Garagebetrieb in den Gewerbeverein Langnau aufgenommen werden. Suter & Weinem arbeiten an der Sihltalstrasse 69, im ehemaligen Kolb-Betrieb. Walter Suter und Jérôme Weinem blicken zusammen auf fast 50 Jahre Erfahrung in der Branche zurück. Bisher angestellt, ist dies ihr erster Betrieb als «Chefs». Auch hier sind alle Marken willkommen, besonders grosse Know-how hat man bei Citroen. Naütrlich: das Geschäft muss rentieren. Aber wieso wird man während der Präsentation am Apéro den Eindruck nicht los, dass hier die Liebe zum Detail, die Suche nach einer unkoventionellen und doch funktionierenden Lösung fast mehr zählt als "Taxpunkte"? Völlig ausgeweidet steht ein älteres Fahrzeug da, Walter Suter muss zuerst die Batterie anschliessen, um es zu starten. Dass sie es in einigen Wochen vorführen können und werden, glaubt man den beiden Auto-Doktoren sofort.

Aus alt mach (wieder) neu

Auch nebenan, im Carosserie-Spritzwerk Sihltal von Mike Feusi, sind diverse ältere Fahrzeuge zu bewundern. Auch hier: Den Begriff Vollkostenrechnung kennt man zwar, aber gerade dann, wenn es gilt, einen Oldtimer wieder auf Vordermann zu bringen, kann man mit dem Inhaber reden. Nicht jeder Fahrzeuginhaber ist ja gleich Millionär. Natürlich benutzt man modernste Maschinen, kann in der Spritzkabine unter Vakuum arbeiten; der blöden Delle wieder zum glänzenden Äusseren zu verhelfen, neue Materialien passgenau in eine angerostete, ein halbes Jahrhundert alte Karosserie einzufügen, dazu braucht es Fingerspitzengefühl und ein grosses Verständnis für frühere Arbeitsabläufe.

Modelleisenbahnen – auch digital

Eine Jugenderinnerung von Beat Nussberger, Inhaber von «A-Z Modellbahnen»: Die H0-Modelleisenbahn-Anlage des Vaters, die mit einem raffinierten Seilwindenzug unter die Decke des Kinderzimmers gehoben werden konnte. Aus dem Knaben wurde der Mann, die Faszination blieb: Zuerst begann er stundenweise in einem Geschäft in Zürich auszuhelfen, der eigene Laden, den er letzten August eröffnete, wird rege frequentiert («Die Zahlen sind über dem Budget»), und bereits fanden mehrere Workshops statt – bei denen sich die «begleitenden» Väter fast ebenso ins Zeug legten wie die Söhne. Klappt das, Modelleisenbahnen in einer Welt voller Handys, Tablets, Bits und Bytes? Beat Nussberger schmunzelt: «Gerade diese Geräte haben wieder Schwung in die Modelleisenbahn-Szene gebracht.» So ist es beispielsweise heute möglich, bestimmte Anlagen mit einer App mit dem iPad oder dem iPhone zu steuern, dies mittels eines digital abgebildeten Führerstands mit Livebild einer Minikamera aus der gesteuerten Lok!

Ein kleiner Kreis wird grösser: Susi Winter Ehrenmitglied

Die 86. Generalversammlung des Gewerbevereins war ein vielen Bereichen eine «normale»: ein kleiner Rechnungsüberschuss, der Vorstand bleibt, wie er ist, es gab leicht mehr Ein- als Austritte. Und doch war es eine spezielle: Mit Susi Winter, als Vizepräsidentin für das Protokoll und die Aktivitäten zuständig, ist die Gruppe der Ehrenmitglieder auf fünf gewachsen. Sie war auch an der Gewerbeausstellung vor zwei Jahren unermüdlichst im Einsatz.

Beinahe wollte sie ihren Präsidenten, Heinz Gresser, korrigieren: Nein, jetzt kommt an dieser Stelle nichts mehr, mach bitte richtig weiter. Laudator Christian Schutzbach, auch er als ehemaliger Präsident Ehrenmitglied, liess sich nicht beirren und zählte die vielen Verdienste Susi Winters um den Verein auf. Es wurde eine lange Rede, der Applaus nach der Ernennung war langanhaltend und herzlich.

Schon einmal hatte man bei der Zimmerei Widmer an der Sihltalstrasse 110, gegenüber der Gattiker Brücke, Gastrecht geniessen dürfen, im Jahre 2007. Diese Generalversammlung bleibt auch aus anderen Gründen in Erinnerung: Heinz Gresser, der heutige Präsident, wurde neu gewählt, sein Vorgänger Christian Schutzbach in den kleinen Kreis der Ehrenmitglieder aufgenommen.

Firmengründer Robert Widmer war es, der 1984 die elegante Holzkonstruktion im Schwerzi-Saal einbaute. Mittlerweile ist die Geschäftsleitung auf seinen Sohn Reto übergegangen. Waren es vor einigen Jahren noch 10 Mitarbeiter, hat sich die Zahl nunmehr auf 15 erhöht. Holzbau und Holzelementbau sind die beiden wichtigsten Umsatzträger; dazu kommen die allgemeinen Zimmereiarbeiten sowie alles, was bei Umbauten oder Renovationen im Bereich Holz anfällt.

Mögliche Anpassungen beim «Adventslicht»

«Stellen wir heute einen Rekord auf?», meinte Präsident Heinz Gresser, als nach einer halben Stunde schon beinahe alle Traktanden beraten waren. Dies darf man als Spiegelbild für das gute Einvernehmen im Verein werten, man schenkt dem Vorstand Vertrauen. So verwunderte es nicht, dass alle im Führungsteam ihre Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung stellen. Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Plus ab, so konnten auch die Beiträge auf alter Höhe belassen werden. Dank der Grüsse der Präsidenten des Bezirksgewerbevereins und der Gemeinde übersprang man dann doch noch ganz knapp die 50-Minuten-Marke.

Das Jahresprogramm steht, bei einem Punkt gibt es noch eine kleine Unsicherheit: Im späteren November werden beim beliebten, von Hunderten besuchten «Adventslicht»-Anlass erstmals die Sterne eingeschaltet, die dann bis Weihnachten auf den wichtigsten Achsen das Dorf erhellen. Wie Gemeindepräsident Peter Herzog ausführte, muss man eventuell wegen eines Bundesgerichtsurteils die Einschaltzeiten anpassen. Man hoffe aber, bis zum Anlass eine vernünftige Lösung gefunden zu haben.

Verwöhnte Gäste

Eilends musste man noch einen Tisch aufstellen – böse Zungen behaupteten, der Vorstand habe es nicht so mit dem Zählen. So drängte sich 80 Personen in die leer geräumte Halle. Derart brav sind die Mitglieder dann doch nicht. Sie kommen nicht nur wegen der Traktanden, sondern auch für die Gespräche mit Gleichgesinnten – und für den kulinarischen Teil. Kurt Erni hatte mit seinem Team zweierlei Braten aus dem Smoker-Grill gezaubert, dazu gab es Folien-Kartoffeln im XXL-Format und Käse sowie feine Desserts von der Bäckerei Widmer.

Wie geschrieben: Der statutarische Teil ging keine Stunde, der Anlass als Ganzes viel, viel länger ...

Starthöck: Alit Bobaj, nicht Ali Baba!

Der eine: ein hervorragender Koch, ein umgänglicher Mensch, ein Gebender. Der andere: der mit den 40 räuberischen Kumpanen, verworrenes Gesicht, klaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Bei wem wohl war der Starthöck 2014?

 

Das Hotel-Restaurant Bahnhof ist mit Garantie über 200 Jahre alt. Als 1812, mit der Einführung der kantonalen Gebäudeversicherung, in allen Gemeinden des Kantons alle Gebäude erfasst wurden, heisst es unter anderem zu diesem, dass ein Teil davon als Gastwirtschaft genutzt wird. Mit dieser Tradition können nicht viele Restaurants in der Gemeinde mithalten: Der «Unteralbis» sicher, der auf seinen 500. Geburtstag zugeht, bei der «Windegg» kann eine Entstehung im 16. Jahrhundert zumindest vermutet werden. Das gibt für den «Bahnhof» klar Bronze.

Besitzer ist seit über 30 Jahren Beatriz Tschopp von der gleichnamigen Baufirma, seit vier Jahren ist Alit Bobaj Pächter. Noch als Jugendlicher kam er aus Albanien in die Schweiz, absolvierte eine Kochlehre im Wallis und kam nach langen Jahren in Zürich, unter anderem im legendären «Clipper» bei der Sihlpost, vor 13 Jahren nach Langnau, zuerst zum «Rank» (heute «Nishat»), danach als angestellter Koch in den «Bahnhof».

Geniessen, nur geniessen

Die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Starthöcks mussten für einmal vor dem Geniessen nicht schwitzen, oft ist der Januar-Anlass sonst mit einer vorgängigen Wanderung verbunden. Ob dieser Vorstands-Entscheid der Fitness zuträglich war, bleibe für einmal dahingestellt. Denn zur Hochform läuft Alit Bobaj vor allem beim Fleisch auf, seien es die legendären Cordon bleus, ein Rehrücken, Bison, Châteaubriand – oder wie an diesem Abend ein klassisches zubereitetes Roastbeef. Es fand begeisterte Esser: Von den vor der Zubereitung zehn Kilogramm argentinischen Rindfleisches blieben am Schluss nur noch wenige Tranchen übrig.

Und das war ja beileibe nicht alles: Beim Apéro auf der Terasse warteten eine grosse und zwei kleine Platten mit selbstgemachten Brötlis, dann ein Salat, das Fleisch eben – und am Schluss noch ein Dessert mit zwei verschiedenfarbigen Mousses.

Das Essen zählt an dieser Veranstaltung viel, aber nicht alleine. Am Starthöck wird geschätzt, dass man gemütlich zusammensitzen kann, das Neuste aus den Betrieben erfährt, vielleicht auch mal da und dort einen Tipp geben kann. Fast schade, dass man nach so einem gelungenen Abend am nächsten Morgen wieder arbeiten muss ...

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