Dank dem Fahrlehrer sicher unterwegs

Gestandene Männer, kleine Buben? Am 45. Gewerbeapéro hatte Fahrlehrer Christian Leutwyler in einem Anhänger einen Parcours für ferngesteuerte Mini-Autos eingerichtet. Mit viel Spass und viel Körpereinsatz liess mancher der rund 30 Teilnehmer seinen «Boliden» zwischen den Felsen und Stangen hindurchflitzen.

Nicht selbstverständlich für eine Ortschaft unserer Grösse: Wir sind Fahrschule! 1999 richtete Daniel Wenger sein Lokal am Schlossweg 2, gleich gegenüber dem Gemeindehaus, ein; vor einigen Zwischenstationen war dort jahrelang ein Coiffeur-Salon. Christian Leutwyler ist heute Inhaber, nachdem er bei Wenger «in die Lehre» ging. Er schmunzelt: «Grosse Teile des Salons sind im Lokal, versteckt hinter Blenden, noch vorhanden, ebenso in einem Hinterraum die ganze Einrichtung.»

Heute wird darin gebüffelt und geschwitzt. Denn so einfach kommt man heute nicht mehr zu einem Führerschein. Genau genommen sind es sieben einzelne Schritte. Zuerst muss ein Nothelferkus absolviert werden. Will man den Lernfahrausweis, benötigt das Amt zusammen mit dem Gesuch einen Seh- und Hörtest. Hat man die Theorieprüfung bestanden, bekommt man das «Lernbillet». Erst dann geht's los mit den Fahrstunden. Hat man deren genügend und den Verkehrskundeunterricht besucht, wartet die Fahrprüfung. Erfolgreich absolviert, folgt die dreijährige Probezeit. Während dieser muss man zwei eintägige Weiterbildungskurse belegen. Und aufgepasst: Während dieser Probezeit gilt eine Null-Promille-Regel.

Theorie weniger gefragt

Im Vergleich zu früher werden viel weniger Theoriestunden gebucht. Christian Leutwyler: «Heute geschieht das fast vollständig über das Internet oder mit elektronischen Hilfsmitteln.» Wichtiger für ihn, auch aus praktischen Gründen, ist der Verkehrskundeunterricht. In vier zweistündigen Lektionen werden die Fahrschüler und -schülerinnen möglichst real mit vielen Situationen vertraut gemacht, die auf der Strasse passieren können.

Vom Gesetz her ist keine Minimalanzahl Fahrstunden gegeben. Man könnte theoretisch auch ohne eine einzige an die praktische Prüfung. Ein Weg, den Leutwyler nicht empfiehlt: «Es muss einer schon sehr gut sein oder dann privat enorm viel unterwegs, dass er es gleich im ersten Anlauf schafft.» Dies ist keinesfalls die Regel: Im Moment liegt die Durchfallquote im Kanton bei fast der Hälfte, früher war es rund ein Drittel. Das gilt aber nicht für die Langnauer Fahrschule. In der langjährigen Statstik von Daniel Wenger lag die Erfolgsquote bei 75 Prozent.

Mit 90 Franken ist eine Lektion im vernünftigen Rahmen. Aber aus finanziellen Überlegungen gibt es nicht wenige, die es ein erstes Mal versuchen, bevor sie wirklich prüfungsreif sind. Im Normalfall reichen 15 bis 20 Stunden, es gibt aber auch Ausreisser, 10 Stunden hier, gegen 100 dort.

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Langnau a.A. zu Besuch bei Langnau i.E.

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