Dani trifft den guten Ton perfekt

Vielleicht hat er es ja nicht mal gemerkt: Dieses Jahr feiert Dani Wolfensberger mit seinem Pianohaus 15 Jahre Selbständigkeit. Wir vom Gewerbeverein natürlich schon: Nicht weniger als 45 Personen kamen zum Informationsapéro in die Firmenräumlichkeiten in der Mühle Gattikon.

 

Was, wenn Beethovens wunderbare Mondscheinsonate plötzlich klingt, als seien Katzen auf LSD? Was, wenn der geliebte Enkel seinen Haferbrei an der glanzpolierten Oberfläche eines Boesendorfers einreibt? Oder die Enkelin trickreich aus dem Familienerbstück eine Saite klaut, um ihrem Mittelalter-Pfeilbogen die perfekte Spannkraft zu bringen? Ein Fall für den Doktor, den Piano-Doktor, für Dani Wolfensberger.

Als Mensch und Schulpfleger: Er wird im Dorf hoch geschätzt. Mit Q-Tip spielt er in einer Band, die sich auf die Interpretation von Klassikern konzentriert hat. Atemberaubende Soli in einem Festzelt oder am Spanferkel-Fest im «Bahnhöfli». Wie's nun aber tagsüber zugeht, wollten soviele wissen wie kaum einmal, als an einem Gewerbeapéro nur ein Betrieb präsentiert worden ist. Für die Medaillenplätze dürfte es locker gereicht haben.

Schon als Sechsjähriger faszinierten Dani Wolfensberger Klavier und Flügel – was offenbar in der Familie liegen muss. Sein Vater, am Saxophon, wirkte jüngst mit Inbrunst an einem Konzert seines Sohnes mit. In der Sekundarschule absolvierte er eine Schnupperwoche – und man war gegenseitig so angetan, dass es gleich einen Lehrvertrag gab. Ort: das Pianohaus Schoeckle in Thalwil. Begeistert erzählt er vom Fachwissen und der Umsicht von Richard und Robert Schoeckle. Der Betrieb steht heute übrigens unter der Führung eines gebürtigen Langnauers, von Alexander Grassler-Schoekle.

Kein Tag wie der andere

Auf den ersten Blick missverständlich ist die Bezeichnung eines seiner Geschäftsfelder: Stimmungen. Stimmschwankungen? Eine Super-Stimmung am Familienfest? Nein, natürlich nicht. Wolfensberger: «Viele bezeichnen das Stimmen und Intonieren eines Instrumentes als Königsdisziplin unseres Berufes.» Der ideale zeitliche Abstand für Stimmungen falls nichts Ausserordentliches vorfälltist der Jahresrhythmus. In der Heizperiode im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, im Sommer jedoch steigt sie. Da das feinjährige Fichtenholz des Resonanzbodens reagiert, verändert sich dadurch die Saitenspannung, was sich auf die Stimmung (den guten Ton) auswirkt. Durch den jährlichen Stimmservice können diese Veränderungen gut abgefangen werden. Der grösste Teil seiner Aussendienstarbeit besteht aus dem Stimmen von Klavieren, Flügeln, Cembali und Spinetten.

Dazu kommen die Revisionen und Reparaturen an solchen Instrumenten. Kleineres wird vor Ort erledigt, die grösseren müssen in die Werkstatt. Es braucht viel, bis Dani Wolfensberger meint, bei einem Instrument sei nun wirklich Hopfen und Malz verloren. Von älteren «Patienten», jahrelang auf dem Dachboden vergessen gegangenen, fühlt er sich schon fast angezogen.

Ein Konzertflügel kann bis drei Meter lang sein und bis 700 Kilogramm wiegen. Was, wenn er von einem Spielort zum nächsten muss, wenn der Hausstand gezügelt wird? Nicht verzagen, Dani fragen.

Letzte Veranstaltung:

Langnau a.A. zu Besuch bei Langnau i.E.

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Nächste Veranstaltung:

Flughafen-Feuerwehr Kloten
Freitag, 21. und 28. Oktober 2017

Betriebsbesichtigung