Von Langnau über Langnau nach Langnau

Ziel des Jahresausflugs war der Kanton Bern. Es wäre aber nicht der Gewerbeverein, wenn Strecke und Zielort nicht etwas Spezielles gehabt hätten: Man fuhr von Langnau am Albis über Langnau-Reiden nach Langnau im Emmental. Ereignisreich waren auch die Zwischenhalte.

 

Die drei Langnaus: Schon als Schulkind lernte man in «unserem» die Unterscheidungsmerkmale. Am Albis war jenes mit a.A., bei Reiden im Luzernischen das mit b.R., und das Emmentalische i.E.. Am ältesten sind die Berner. 1139 werden sie erstmals urkundlich erwähnt. 1397 waren wir dran, 1846 dann die Luzerner, als sie sich von Richenthal trennten und eine eigenständige Gemeinde wurden. Erwähnt als Ortsteil wurden sie allerdings schon Jahrhunderte früher, notabene als Besitz der Zürcher (!) Fraumünsterabtei. Heute gibt es allerdings nur noch zwei eigenständige Gemeinden Langnau, weil Langnau b.R. zusammen mit Richenthal und Reiden auf den 1. Januar 2006 zur Grossgemeinde Reiden fusionierte.

Glas Trösch: 5300 Mitarbeitende

Die Glas Trösch Holding AG oder Glas Trösch Gruppe ist eine Schweizer Unternehmensgruppe mit operativem Hauptsitz in Bützberg in der Gemeinde Thunstetten und das grösste glasherstellende und glasverarbeitende Familienunternehmen in Europa. Sie beschäftigt mehr als 5300 Mitarbeitende an 70 Standorten, hauptsächlich in Europa.

Dem Hauptsitz, an dem nicht nur verwaltet, sondern auch (viel) hergestellt wird, galt unser erster Halt. Als sich der Glasspezialist Johann Friedrich Trösch 1905 in Bützberg mit seiner photokeramischen Anstalt für Firmenschilder und Grabplatten aus Glas und Porzellan selbstständig machte, dachte wohl niemand, dass aus diesem Kleinbetrieb einmal ein führendes, international tätiges Glasunternehmen entstehen würde. Heute wird Glas Trösch in der 4. Generation von Erich Trösch geführt – mit Begeisterung für Glas, dem Willen zur Innovation und der Freude an der Gestaltung mit diesem faszinierenden, edlen Material.

Der berühmte Zytgloggeturn

Der zweite Halt galt unserer Bundeshauptstadt. Der mehrmals aufgestockte Wehrturm wurde als westlicher Abschluss der Hauptgasse des 1191 gegründeten Bern zwischen 1218 und 1220 erbaut. Mit jeder Stadterweiterung, die wegen der Lage der Berner Altstadt in der Aareschlaufe nur nach Westen erfolgen konnte, rückte der Turm mehr ins Stadtzentrum, verlor seine Funktion als Wehrturm und wurde danach anders genutzt. Vor dem grossen Stadtbrand 1405 diente er als Gefängnis. Danach wurde er als Uhrturm – Zytgloggeturm oder kurz Zytgloggegenannt – aus Berner Sandstein neu errichtet.

Nachdem verschiedene «Zitgloggenmacher» vergeblich versucht haben, das alte Uhrwerk von 1405 zu reparieren, erhielt der Waffenschlosser Kaspar Brunner, Mitglied der Zunftgesellschaft zu Schmieden und seit einem Jahr amtierender Zitgloggerichter, 1527 den Auftrag, ein neues Werk zu bauen.

Das Monumentaluhrwerk, das Brunner 1530 vollendete, setzt auch uns noch heute in Erstaunen. Seine Robustheit, die Bauweise und seine Ausmasse sind einmalig. Die Eckpfeiler des gotischen Gestellrahmens haben einen Abstand von 2,50 m in der Länge und 1,70 m in der Breite. Die Höhe der Pfeiler misst 2,16 m. Das ganze Uhrwerk bis zur Hemmung hat eine Höhe von 2,90 m. Alle Radteile sind geschmiedet, die Zähne einzeln eingesetzt und verkeilt oder verschraubt.

 

Von den Bären zum Bären

Wit wären keine echten Langnauerinnen und Langnauer, wenn wir Bären nicht gern hätten – der Langenberg lässt grüssen. Das «Bären»-Haus in Langnau im Emmental steht heute praktisch gleich da, wie man es aus den vergangenen rund 150 Jahren kennt. Der «Bären» beherbergte einst die Praxis des legendären Chirurgen und «Wunderdoktors» Micheli Schüppach, diente als Kulisse für Schweizer Heimatfilme und ist Stammlokal vieler Dorfvereine.

1432 ist er urkundliche erstmalserwähnt, als «Tafern», also als Taverne. 1597 dann nn das erste namentlich Vorkommen – der «Bären» als «obere Wirtschaft», im Gegensatz zur «niederen Wirtschaft», dem «Löwen». Gediegen konnten wir dort bei Salat, Berner Platte und «Märängge» den Tag ausklingen lassen.

Letzte Veranstaltung:

Langnau a.A. zu Besuch bei Langnau i.E.

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