Steine, Sonne und die Sempacher Schlacht

Man muss sich das vorstellen: Nachdem uns Menschen in den letzten Wochen langsam Schwimmhäute wuchsen, SCHWITZTEN die Teilnehmer am Jahresausflug des Gewerbevereins fast fürchterlich. Zielkanton war Luzern, mit der Naturstein verarbeitenden Stecher AG am Morgen, dem Bourbaki-Panorama sowie dem Löwendenkmal am Nachmittag und dem ehemaligen Schlachtfeld von Sempach gegen Abend.

 

Aller Anfang ist schwer: Um zum Steinbruch der Stecher AG zu gelangen, mussten zuerst doch etliche Höhenmeter überwunden werden. Wie sich bei der Weiterfahrt ins Werk herausstellte, war die Strasse nicht nur schmal geworden, sondern auch ungeeignet für Wendemanöver. Für einen Fankhauser-Reisecar-Chauffeur kein Problem.

Seit 60 Jahren bürgt der Namen Stecher – heute in der dritten Generation – für höchste Qualität in der Natursteinverarbeitung und verbindet das traditionelle Handwerk mit modernster Technologie und Leidenschaft für Steine. 1944 realisierte der aus dem Bündnerland stammende Emilio Stecher seine Vision: als gelernter Steinmetz selbständig zu werden. Er nutzte die Gelegenheit, in Luzern das Steinhauergeschäft J.W. Füllemann, welches mit Nachfolgeproblemen kämpfte, zu erwerben. Mit dem Kauf verbunden war ein Vertrag für Abbaurechte im Steinbruch Wiesweid am Rooterberg, der dann 1964 käuflich erworben wurde. Heute befinden sich Sitz der AG und das Verarbeitungszentrum in Root.

Ob das Rohmaterial aus dem Rooterberg oder von irgendwo her kommt, die Firma Stecher achtet darauf, dass die Natur nicht zu Schaden kommt. Ein Rundgang durch die Produktionsanlagen, Lager- und Ausstellungsräume des Unternehmens bietet einen ausführlichen Einblick in die enorme Arbeit, die hinter wunderschönen Natursteinprodukten, wie Granitabdeckungen für Küchen, Lavabos, Duschtassen für Bäder, Cheminées, Ofenanlagen, Boden- und Wandbelägen für Innen und Aussen sowie Tischen und Säulen aus Marmor und Granit steckt. Technischer Höhepunkt ist das CNC-Wasserschneidesystem, welches mittels einem Wasserstrahl und einem Druck von 4130 bar Marmor und Granit bis zu einer Dicke von 12 cm schneidet.

Was als traditioneller Handwerksbetrieb begann, hat sich zu einem der schweizweit bedeutendsten Natursteinwerke mit 50 Mitarbeitenden entwickelt. Die aus der damaligen Einzelfirma entstandene AG wird heute als Familiengesellschaft in der dritten Generation durch Emilio Stecher III geführt. Seine Söhne Emilio IV und Elio sind bereits auch in der Firma tätig.

Auch Schweizer …

Die Stadt Luzern bewies das Klischee: Hot spot für Touristen vor allem aus dem asiatischen Raum. Nach dem Mittagessen nahe der Reuss gings hinauf zum Löwenplatz mit dem Bourbaki-Panorama und dem Löwendenkmal (1821 eingeweiht). Als Anklage gegen den Krieg wurde das Panorama 1881 in nur vier Monaten gemalt, unter anderen auch von Ferdinand Hodler. Es ist 112 Meter lang und 10 Meter hoch. Es erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, gegen dessen Ende die 87'000 Mann starke Ostarmee in aussichtsloser Lage bei Les Verrières im Jura über die Schweizer Grenze gehen konnte.

Auch wenn mittlerweile unbestritten ist, dass die Geschichte mit Winkelried und den Speeren, in die er sich wirft, eine Legende ist: Die Schlacht von Sempach am 9. Juni im Jahre 1386 ist historisch die am schlechtesten dokumentierte der «Schweizer» Schlachten. Klar ist aber: Die Habsburger bekamen ziemlich aufs Dach.

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Langnau a.A. zu Besuch bei Langnau i.E.

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